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Zu hohe Hürden für Start-ups

Soll sich Zürich tatsächlich als das ­Silicon Valley Europas etablieren, darf die Regierung nicht mehr nur den grossen Unternehmen entgegenkommen.

Was zieht innovative Unternehmen ins Land? Die Nähe zum Finanzplatz etwa, günstige Steuern, ­renommierte Hochschulen oder Zugriff auf Spezialisten aus aller Welt. Die Schweizer Standortförderer können die meisten Kriterien beruhigt mit einem ­Häklein versehen. Doch bei der Spezialisten-Rekrutierung gerät der Innovationsmotor ins Stottern.

Das zeigt sich nirgends so deutlich wie in Zürich. Hier werden schweizweit die meisten Start-ups ­gegründet. Zukunftsträchtige Branchen wie IT und ­Finanztechnologie versuchen, hier eine Heimat zu ­finden. Spricht man Branchenvertreter auf die ­Nachteile von Zürich an, wiederholt sich die Klage wie ein Mantra: Die Einstellung von Spezialisten aus ­Drittstaaten ist zu kompliziert. Sie wird gar regel­mässig verhindert. Insbesondere dann, wenn sich kleine, junge Firmen auf Talentsuche ausserhalb Europas begeben. Der Grund sind die knappen ­Kontingente. Zudem ist der administrative Aufwand für ein Gesuch hoch. Zu hoch für Start-ups, die sich im Gegensatz zu Grosskonzernen keine eigenen Personalabteilungen leisten können.

Gewisse Kriterien für eine Bewilligung sind realitätsfern: «branchenübliche Löhne», wie sie der Kanton verlangt, wollen und ­sollen Start-ups nicht bezahlen. Der Anreiz, für ein Jungunternehmen zu arbeiten, besteht nicht in einer fetten Lohntüte, sondern in der Firmenbeteiligung.

Störend ist auch eine gewisse Ungleichbehandlung der Konzerne. Der Kanton informiert nur einzelne Grossunternehmen wie Google laufend über die Kontingente. Soll sich Zürich tatsächlich als das ­Silicon Valley Europas etablieren, darf die Regierung nicht nur den Grossen entgegenkommen, sondern muss sich auch um den Nachwuchs kümmern. Fairerweise muss gesagt sein: Der Kanton arbeitet mit jenen Instrumenten, die ihm zur Verfügung gestellt werden. Der Bundesrat hatte die Kontingente vor zwei Jahren aufgrund der Annahme der Masseneinwanderungs­initiative reduziert. Dieser verzweifelte Akt der ­Symbolpolitik sollte schnellstens rückgängig gemacht werden. Denn ein digitaler Innovationshub lässt sich nur mithilfe der besten Fachkräfte erbauen.

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