Zürcher Gymi-Lehrer müssen für gleichen Lohn mehr arbeiten

Aus Spargründen hat der Kanton die Anzahl der Lektionen erhöht. Zu Recht, urteilt das Verwaltungsgericht.

Müssen öfters vor die Schüler treten: Eine Lehrerin im Klassenzimmer eines Gymnasiums. Bild: Georgios Kefalas/Keystone

Müssen öfters vor die Schüler treten: Eine Lehrerin im Klassenzimmer eines Gymnasiums. Bild: Georgios Kefalas/Keystone

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Lehrpersonen, die an einem Zürcher Gymnasium Deutsch oder eine moderne Fremdsprache vermitteln, müssen neu 23 statt wie bisher 22 Wochenlektionen unterrichten. Das Verwaltungsgericht hat eine Klage des Mittelschullehrpersonenverbands Zürich (MVZ) abgewiesen.

Im Rahmen seines grossen Sparprogramms will der Zürcher Regierungsrat auch bei den Schulen ansetzen: Eine der Massnahmen der sogenannten Leistungsüberprüfung 2016 (Lü16) ist, dass Gymi-Lehrer in den Fächern Deutsch und Moderne Fremdsprachen für denselben Lohn wöchentlich eine Lektion mehr halten müssen.

Angleichung eine Ungleichbehandlung?

Für ein Vollzeitpensum sollen sie neu 23 Normallektionen geben. Das ist keine willkürliche Zahl - dieses Pflichtpensum gilt bereits seit langem für die anderen Gymi-Lehrer, welche die Fächer Alte Sprachen, Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Geschichte, Geographie, Wirtschaft und Recht unterrichten. Der Regierungsrat sprach denn auch von einer «Angleichung der Lektionenzahl». Drei betroffene Lehrpersonen sowie der MVZ gelangten indes ans Verwaltungsgericht des Kantons Zürich: Das Rechtsgleichheitsverbot werde verletzt, wenn sie mehr arbeiten müssten, brachten sie vor. Denn es gelte ja nicht allein auf die Lektionenzahl abzustellen, sondern es sei die gesamte zeitliche Belastung zu berücksichtigen, die ja offensichtlich je nach Fach unterschiedlich hoch sei.

Aufwand laut Gericht ähnlich

So klar war dies aber für das Verwaltungsgericht nicht, wie dem am Freitag veröffentlichten Urteil zu entnehmen ist. Das Gericht räumt zwar ein, dass es durchaus zutreffen möge, dass beispielsweise der Aufwand für die Korrektur eines Deutschaufsatzes grösser sei als für die Überprüfung eines Tests in einem naturwissenschaftlichen Fach.

«Umgekehrt mutet aber auch wahrscheinlich an, dass der Vorbereitungsaufwand für Lektionen, in welchen den Schülern der Stoff anhand praktischer Beispiele vermittelt wird, regelmässig höher ist als derjenige für eine Sprachlektion», heisst es im Urteil. Weshalb gerade Lehrer in den Fächern Deutsch und Moderne Sprachen bezüglich Wochenlektionen bessergestellt sein sollten, kann das Gericht nicht nachvollziehen. Offene Fragestellungen, die - einem Aufsatz ähnlich - einen grösseren Korrekturaufwand erfordern dürften, seien auch in einer Geschichtsprüfung üblich, hält das Gericht etwa fest. Zudem sei es beispielsweise auch nicht ersichtlich, weshalb der Aufwand für den Unterricht moderner und alter Sprachen unterschiedlich sein soll. «Gesamthaft dürfte der notwendige Aufwand für den Unterricht in Deutsch und Modernen Sprachen pro Lektion ähnlich gross sein wie für die übrigen Fächer», schreibt das Gericht. «Die angestrebte Gleichbehandlung bezüglich der Lektionenzahl ist verfassungsrechtlich nicht zu beanstanden.»

Der MVZ zeigt sich über das Urteil zwar enttäuscht, aber nicht völlig überrascht: «In der Sache sind wir weiterhin von unseren Positionen überzeugt.» Der hartnäckige Widerstand gegen die Lü16 «war und ist richtig». Der Verband prüft einen Weiterzug ans Bundesgericht. (sda)

Erstellt: 10.03.2017, 12:00 Uhr

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