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Zürcher Gymnasien verschärfen Aufnahme

Der Regierungsrat will sparen. Darum sollen weniger Schüler ans Langzeitgymi. Wie das geht.

Bildungsdirektorin Silvia Steiner hält die Zahl der Kurzzeitgymnasiasten, die durch die Probezeit fallen, für zu hoch. Foto: Doris Fanconi
Bildungsdirektorin Silvia Steiner hält die Zahl der Kurzzeitgymnasiasten, die durch die Probezeit fallen, für zu hoch. Foto: Doris Fanconi

Für Sechstklässler im Kanton Zürich ist es schwieriger geworden, den Sprung an ein Gymnasium zu schaffen. Das zeigen die jüngsten Zahlen der Aufnahmeprüfungen, die die Zürcher Bildungsdirektion gestern veröffentlicht hat. 2017 haben 2044 Kinder die Prüfung bestanden. Das sind 51 Prozent jener Schülerinnen und Schüler, die angetreten sind. 2016 waren 52 Prozent erfolgreich, 2015 sogar noch fast 55 Prozent.

Die sinkende Erfolgsquote bei den Langzeitgymnasien ist gewollt – von den Schulen und von der Kantonsregierung: Die Gymnasien wollten wieder etwas weniger Schüler aufnehmen als zum Beispiel 2015. Und der Zürcher Regierungsrat hat aus Spargründen gefordert, dass weniger Schülerinnen und Schüler das Langzeitgymnasium besuchen sollen. Die Kantonsschulen haben deshalb die Kriterien für die Aufnahmeprüfung verschärft. Martin Zimmermann ist Rektor der Kantonsschule Zürcher Oberland in Wetzikon und verantwortlich für die Aufnahmeprüfung. Er sagt: «Wir haben die Prüfung in diesem Jahr strenger bewertet und so den Auftrag der Regierung erfüllt.» Konkret haben die Schulen die Notenskala weniger an die Leistung der Kinder angepasst. Laut Zimmermann wird die Aufnahme für das Langzeitgymnasium vorerst nicht wieder gelockert.

Die verschärften Aufnahmekriterien könnten auch einen Einfluss auf die Probezeit haben. 2017 haben mehr Kinder diese anspruchsvolle Zeit überstanden als im Vorjahr. Ein möglicher Grund dafür ist, dass zwar weniger, dafür die besseren Primarschülerinnen und Primarschüler aufgenommen wurden.

Besorgt über hohe Fallzahlen

Die Zahl der Kinder und Jugendlichen, die durch die Probezeit fallen, bereitet der Zürcher Regierung aber weiterhin Sorgen. CVP-Bildungsdirektorin Silvia Steiner hat eine Studie in Auftrag gegeben, um die Fallzahlen analysieren zu lassen. Bei den Kurzgymnasien sind sie besonders hoch. Diese besuchen Jugendliche nach der zweiten oder dritten Sekundarschule – und jeder dritte bis fünfte Schüler fällt durch die Probezeit. Steiner kritisiert diese Zahl als zu hoch. Für Einzelne könne das eine Katastrophe sein. «So kurz vor dem Schulende und während andere schon einen Lehrvertrag abschliessen.»

Weiter befremdet Steiner, dass die Unterschiede zwischen den einzelnen Schulen sehr gross sind. Eine Tatsache, die ebenfalls in die Studie eingeflossen ist. Im Schnitt der letzten zehn Jahre fielen die meisten Schüler an der Kantonsschule Zürich Nord durch die Probezeit.

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