Mehr Schulstunden, mehr Wissenschaft, weniger Handarbeit

Mit dem Lehrplan 21 im Kanton Zürich ist mehr Unterricht in Informatik, Naturwissenschaften und Technik geplant. Englisch wird künftig erst ab der 3. Klasse unterrichtet.

Weniger Handarbeit, dafür mehr Hauswirtschaft in der Sek. Der neue Lehrplan stösst auf Kritik vom Lehrerverband.

Weniger Handarbeit, dafür mehr Hauswirtschaft in der Sek. Der neue Lehrplan stösst auf Kritik vom Lehrerverband. Bild: Urs Jaudas

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Informatik, Naturwissenschaften und Technik, die so genannten MINT-Fächern sollen in der Volksschule im Kanton Zürich gestärkt werden. Mehr solche Lektionen gibt es sowohl an der Primar- wie auch an der Sekundarschule. Für die Primarstufe wird eine «moderate Reduktion» der Lektionen für Textiles und Technisches Gestalten (Handarbeit) vorgeschlagen, wie Bildungsdirektorin Silvia Steiner am Freitag an der Medienkonferenz zum Start der Vernehmlassung sagte.

Bis am 9. September findet die Vernehmlassung zum Zürcher Lehrplan 21 statt: Auf der Sekundarstufe I ist neben der Stärkung der MINT-Fächer geplant, neue Akzente im Bereich Wirtschaft, Arbeit und Haushalt zu setzen. Englisch soll neu wie in den übrigen Deutschschweizer Kantonen ab der 3. Klasse unterrichtet werden. Die Diskussion über den Lehrplan zusammen mit den Schulen sei ihr wichtig, so Steiner. «Denn nur ein breit abgestützter Lehrplan ist ein guter Lehrplan.»

Kritik vom Lehrerverband

Tatsächlich ist nach einer klärenden Aussprache auch der Zürcher Lehrerverband wieder mit im Boot. Dieser fühlte sich mit seinen Argumenten nicht ernst genommen. Nach wie vor stört er sich am verringerten Halbklassenunterricht, wie er im Anschluss an die Pressekonferenz des Regierungsrates mitteilte. Konkret fordert der Verband, dass die Behörden bei der Umsetzung des Lehrplans 21 im Kanton Zürich vorgesehene Reduktion des Halbklassenunterrichts in der Mittelstufe verzichten und dafür mindestens die bisherige Anzahl Lektionen vorsehen. In der 5. und 6. Klasse sollen die Schüler zudem maximal 30 Lektionen Unterricht besuchen, in der 8. Klasse maximal 34 Lektionen. Ausserdem, so der ZLV, sei es wichtig, dass für Weiterbildung rund um die Einführung des Lehrplans 21 genügend finanzielle Mittel zur Verfügung gestellt würden.

Der Bildungsrat wird die Ergebnisse der Vernehmlassung bis Ende 2016 auswerten und im Frühling 2017 über die Inkraftsetzung des neuen Lehrplans entscheiden. Im Schuljahr 2018/19 wird er auf der Kindergarten- und der Primarstufe bis zur 5. Klasse in Kraft treten, in der 6. Klasse und auf der Sekundarstufe I im Schuljahr 2019/20. Bereits ab Schuljahr 2017/18 erfolgt die Einführung des neuen Lehrplans für die Lehrerinnen und Lehrer mit Vorbereitungsarbeiten und Weiterbildungen. (lop/sda)

Erstellt: 15.04.2016, 11:01 Uhr

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