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Zürcher nehmen den ÖV, Winterthurer Velo und Auto

Keine Schweizer Grossstadt hat so viele Autopendler wie Winterthur. Die Stadt hat ein weiteres Problem.

In Winterthur hat es der ÖV schwer. Favoriten sind das Auto – und das Velo.
In Winterthur hat es der ÖV schwer. Favoriten sind das Auto – und das Velo.
Marc Dahinden/Landbote

Die neuste Vergleichsstudie zur Mobilität in den sechs grössten Deutschschweizer Städten ergab zwei Typen: Die drei Grossstädte Zürich, Basel und Bern einerseits und die drei Mittelstädte Winterthur, Luzern und St. Gallen andererseits. Grob gesagt herrscht in den Grossstädten der öffentliche Verkehr (ÖV) und in den Mittelstädten das Auto vor.

In Zürich etwa hat mehr als die Hälfte der Haushalte kein Auto zur Verfügung, ein ÖV-Abo wiederum haben 57 Prozent der Menschen über 6 Jahren. In Winterthur verfügen 63 Prozent der Haushalte über ein oder mehr Fahrzeuge, und nur 35 Prozent der Winterthurer haben ein Abo. In Zürich beträgt der Anteil der Velofahrer, Fussgänger und ÖV-Nutzer am Gesamtverkehr 75 Prozent, in Winterthur bezeichnen 35 Prozent der Menschen das Auto als ihr Hauptverkehrsmittel.

In der zweitgrössten Zürcher Stadt ist handkehrum das Velo massiv populärer als in der Limmatstadt: Für den Arbeitsweg steigen 41 Prozent der Winterthurer, die auch in der Stadt arbeiten, auf den Drahtesel oder gehen zu Fuss. In Zürich sind es nur 22 Prozent. Mit dem Auto fahren in Zürich nur 13 Prozent zur Arbeit, in Winterthur wiederum 30 Prozent. Das ist unter den sechs Städten gar klarer Rekord. Über die naheliegende Parkplatzfrage kann die Studie keine Auskunft geben, da Winterthur als einzige Stadt offenbar keine Kenntnis hat über ihre Parkplatzzahl.

Anteile Binnenpendler:

Die Städte haben interessanterweise völlig unterschiedlich gelagerte Zupendler: Kommen 57 Prozent der Auswärtigen mit dem Auto nach St. Gallen zur Arbeit und nach Winterthur immer noch 50 Prozent, sind es nach Zürich nur 32 Prozent. Innerzürcherisches Zwischenfazit: Bei den Arbeitstätigen spielt das Auto in Zürich eine eher kleine Rolle, in Winterthur aber nach wie vor eine grosse.

Anteile Zupendler:

Eine derartige Autolastigkeit könnte sich Zürich gar nicht leisten. Zürich muss insgesamt 377'000 Zu- und Binnenpendler verkraften können, Winterthur nur 55'000. Das sind sogar weniger Zu- und Binnenpendler, als die kleineren Städte St. Gallen (61'500) und Luzern (60'000) haben.

Anzahl Pendler:

Fazit: Zürich ist wie Bern und Basel eine klassische Arbeitsstadt und braucht deshalb einen leistungsfähigen ÖV, Winterthur hat bezüglich des Angebots von Arbeitsstellen ein Problem. Während es in Zürich pro Einwohner im arbeitsfähigen Alter 1,65 Arbeitsstellen gibt, ist es in Winterthur nicht einmal eine Stelle.

Arbeitsplätze:

Die Winterthurer Schwierigkeiten mit den Arbeitsplätzen zeigen sich auch bei den Veränderungen in der Pendlerstatistik. Zürich muss mit massiv mehr zusätzlichen Pendlern haushalten. Zwischen 2010 und 2015 sind gut 23'000 dazugekommen. In Winterthur waren es im selben Zeitabschnitt nur 1300, was Minusrekord bei den verglichenen Städten ist. Von Winterthur weg pendeln wiederum 5200 Personen mehr als 2010. Das sind mehr als aus Zürich und ist ebenfalls Rekord.

Veränderung Pendler:

Alle diese Zahlen basieren auf der Studie «Städtevergleich Mobilität 2015», welche gestern publiziert wurde und mit den Werten von 2010 erstmals vor fünf Jahren erschienen ist. Hier gehts zur Studie.

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