Zürcher Unispital ersetzt alle Handys nach nur einem Jahr

Kaum hat das Spital neue Telefone für sein Personal angeschafft, wechselt es diese wieder aus. Jetzt hat das Spital iPhones für 11,5 Millionen Franken gekauft.

Immer wichtigeres Werkzeug für die Ärztinnen und Ärzte: Handys.

Immer wichtigeres Werkzeug für die Ärztinnen und Ärzte: Handys. Bild: Keystone

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Ärzte reagierten erstaunt: Bereits zum zweiten Mal innert kurzer Zeit erhielten sie neue Telefone für die interne Kommunikation. 2018 ersetzte das Unispital (USZ) ihre Pager, mit denen sie sich bloss anpiepsen, aber nicht telefonieren konnten. Alle Angestellten erhielten so persönliche tragbare Telefone. Das USZ bezahlte damals etwas über 350'000 Franken für die neuen Geräte – rund 90 Franken pro Telefon.

Nun schaffte das Unispital Ende 2019 bereits wieder neue Telefone an. Alle Angestellten sollten neu ein iPhone erhalten. Der Auftrag kostet das USZ fast 11,5 Millionen Franken. Darin enthalten sind aber nicht nur die Beschaffung der Smartphones in den kommenden vier Jahren, sondern auch die Abonnements, wie die Medienstelle des Unispitals auf Anfrage sagt.

«Ich verstehe nicht, weshalb wir ein iPhone brauchen», sagt ein Arzt. Die bisherigen Geräte würden ausreichen. Zudem verpflichte man sich mit dem iPhone, privat erreichbar zu sein.

Spezial-Apps werden immer wichtiger

Die Feature Phones seien von Anfang an als Übergangslösung gedacht gewesen, heisst es von der Medienstelle. Damals – also 2018 – hätten Smartphones «die funktionellen Bedürfnisse noch überstiegen». In der Zwischenzeit seien aber medizinische Apps hinzugekommen, die im Spitalalltag eingesetzt werden. Die Medienstelle berichtet von einer App, bei der Wunden zur Dokumentation fotografiert und im Bildarchiv gespeichert werden können. «Wir gehen davon aus, dass künftig viele weitere Apps eingesetzt werden», schreibt die Medienstelle weiter. Mit den Smartphones schaffe man dafür nun die entsprechende Grundlage.

Da die iPhones wenig robust sind, befürchten Ärzte, dass sie öfter ersetzt werden müssen. «Im hektischen Spitalalltag fliegt das Telefon schnell einmal aus der Tasche», sagt ein Arzt. Auch hier widerspricht die Medienstelle. Smartphones seien weltweit in Spitälern im Einsatz, und die Erfahrung zeige, dass die Beschädigungsrate gering sei.

Erstellt: 13.01.2020, 09:53 Uhr

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