Zürcher zetteln Strassenschlacht an

Hooligans aus Zürich haben am Samstagabend nach einem Fussballspiel in Basel eine Schlägerei angezettelt. Dann wurden sie selbst zu Gejagten, wie Aufnahmen angeblich zeigen.

Diese Videoaufnahme eines Leserreporters zeigt angeblich, wie die Zürcher Angreifer von den Baslern verfolgt werden, als sie in ihren Autos zu flüchten versuchen. Video: Leser-Reporter/20 Minuten

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Die Zürcher Fussballclubs hatten am Wochenende zwar keinen Auftritt in Basel, wohl aber ihre gewalttätigsten Anhänger. Nach dem Heimspiel des FCB gegen Luzern haben am Samstagabend laut Meldungen auf einschlägigen Websites etwa 60 Angehörige der Prügeltruppe «Zürichs Kranke Horde», unterstützt von Leuten aus Karlsruhe, 30 Basler in weissen Maleranzügen angegriffen, als diese gerade die Pfeiler einer Autobahnbrücke besprayten.

Die Angreifer wurden demnach aber bald selbst zu Gejagten und versuchten in ihren Autos zu flüchten, wobei sie von den Baslern heftig attackiert wurden. Manche wurden zu Boden geschlagen und getreten. Videoaufnahmen von Zeugen zeigen unter anderem, wie Autos beim Davonfahren mit Absperrgittern beworfen und die Scheiben mit Stangen eingeschlagen werden.

Staatsanwaltschaft bestätigt

Die Basler Staatsanwaltschaft bestätigt die Schlägerei und dass manche der involvierten Personen das Kürzel ZKH auf den Kleidern getragen hätten, die Abkürzung für «Zürichs Kranke Horde». Luzerner Fans seien indes kaum beteiligt gewesen, diese seien nach dem Spiel von der Polizei zum Bahnhof geleitet worden. Mehrere Personen hätten sich nach der Schlägerei selbstständig zur Notfallstation begeben.

Noch nicht abschliessend geklärt ist die Frage, ob bei den Auseinandersetzungen auch Unbeteiligte zu Schaden kamen, die zur falschen Zeit am falschen Ort waren. Der Halter des mit Stangen bearbeiteten Autos ist bekannt, weil dieses nach dem Angriff nicht mehr fahrtauglich war. Er wollte laut Saatsanwaltschaft aber nicht sagen, ob er zu einer Hooligan-Gruppierung gehört oder nicht – wie alle anderen, die von der Polizei gefasst und befragt wurden.


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Unter den 14 jungen Männern, die die Polizei stoppte und kontrollierte, haben zwei ihren Wohnort in Zürich. Zwei weitere kommen aus Deutschland. Diese beiden wurden als einzige vorübergehend festgenommen, sind inzwischen aber wieder auf freiem Fuss. Die Staatsanwaltschaft wertet nun die Videoaufnahmen aus. Es läuft ein Verfahren wegen Raufhandels.

Im Unterschied zu den Zürcher Ultras, die immer wieder Schlagzeilen machen mit Feuerwerk im Stadion und Schlägereien ausserhalb, handelt es sich bei «Zürichs kranker Horde» um klassische Hooligans. Sie haben Anhänger beider Zürcher Fussballclubs in ihren Reihen, operieren weitgehend losgelöst von Fussballspielen und sind der Polizei in diesem Kontext zuletzt kaum aufgefallen.

Das heisst nicht, dass sie nicht aktiv waren. Nur finden ihre «Feld-, Wald- und Wiesentreffen» ausserhalb der Szene meist keine Beachtung. Weil sie in der Regel nicht mitten in einem Wohnquartier stattfinden oder im Ausland, zum Beispiel in Deutschland, wo sie sich mit Gleichgesinnten treffen, um sich zu prügeln. (hub)

Erstellt: 22.05.2018, 09:28 Uhr

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