Zürich holt Kinder aus Asylzentrum

Aus Sicht des Bundes sollten Kinder und Jugendliche, die in Bundesasylzentren leben, dort auch unterrichtet werden. Die Stadt Zürich hingegen schickt sie in die öffentliche Schule.

Um sie geht es: Jugendliche Asylbewerber im Bundesasylzentrum von Boudry im Kanton Neuenburg.

Um sie geht es: Jugendliche Asylbewerber im Bundesasylzentrum von Boudry im Kanton Neuenburg. Bild: Laurent Gillieron/Keystone

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Die Kinder und Jugendlichen, die im geplanten Bundesasylzentrum auf dem Zürcher Duttweiler-Areal untergebracht werden, sollen öffentliche Schulen besuchen. Dies bringe ein Stück Normalität in ihren Alltag und ermögliche ihnen den Kontakt zu Gleichaltrigen, teilte der Stadtrat heute Mittwoch mit.

Zürich setzt damit auf eine eigenständige Praxis. Der Bund sieht vor, dass solche Kinder und Jugendlichen in den Zentren unterrichtet werden, nicht ausserhalb. Grundsätzlich steht es den Gemeinden und Kantonen jedoch frei, den Unterricht anders zu organisieren.

In Zürich findet der Unterricht nun in den Aufnahmeklassen der Schulen Pfingstweid und Limmat A statt. Die damit verbundenen Mehrkosten von maximal 60'000 Franken trägt die Stadt.

Menschenwürdige Unterbringung

Mit dem neuen Asylgesetz, das im Frühling 2019 in Kraft tritt, verlängert sich die Aufenthaltsdauer in den Bundesasylzentren auf maximal 140 Tage. Der Stadtrat hat sich beim Staatssekretariat für Migration stark für die Möglichkeit einer liberalen Betriebsverordnung am Standort Zürich eingesetzt, wie es in der Mitteilung heisst. Der Bund habe dies in weiten Teilen aufgenommen.

So sollen die Standortgemeinden von der Bundesverordnung abweichende, längere Ausgangszeiten erlauben können. Ausserdem wird der Austausch zwischen den Asylsuchenden und der Zivilgesellschaft ausdrücklich unterstützt. Die nun geplante Hausordnung trage zu einer menschenwürdigen Unterbringung bei, schreibt die Stadt. Betreut werden die Asylsuchenden von der Asyl-Organisation Zürich (AOZ).

Teilweise öffnen für Bevölkerung

Wie bereits im bisherigen Testbetrieb im Zentrum Juch bietet sie den Bewohnerinnen und Bewohnern die Möglichkeit, an einigen Stunden pro Tag einer sinnvollen Beschäftigung nachzugehen. Für den Austausch zwischen Asylsuchenden und Zivilgesellschaft soll ein halböffentlicher Raum geschaffen werden. Gemeinsam mit Quartier- und Freiwilligenorganisationen wird dafür ein Nutzungsvorschlag erarbeitet. (hub/sda)

Erstellt: 05.12.2018, 14:19 Uhr

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