Zürich macht sich für teurere Bahn-Variante stark

11,5 Milliarden sollen in den Bahnausbau fliessen. Die Zürcher Behörden plädieren aus guten Gründen für diese Variante. Der Bahnhof Stadelhofen soll erweitert werden, aber nicht nur.

Der Bahnhof Stadelhofen ist im Schienennetz ein Nadelöhr.

Der Bahnhof Stadelhofen ist im Schienennetz ein Nadelöhr. Bild: Samuel Schalch

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Der Zürcher Regierungsrat und die Planungsregion Zürich sprechen sich in der Vernehmlassung zum nächsten Ausbauschritt der Bahninfrastruktur für die Variante von 11,5 Milliarden Franken bis ins Jahr 2035 aus. Darin sind der Brüttenertunnel sowie ein Ausbau des Bahnhofs Stadelhofen enthalten.

Nur mit diesen beiden zwingend benötigten Schlüsselprojekten könnten die Engpässe in und um Zürich beseitigt werden, heisst es in den Mitteilungen von heute Donnerstag. Der Bundesrat hat für den Ausbauschritt der Bahninfrastruktur 2030/2035 zwei Varianten in die Vernehmlassung geschickt. Ein kleineres Paket in der Höhe von 7 Milliarden Franken mit Realisierungshorizont 2030 sowie ein grösseres für 11,5 Milliarden Franken bis 2035. Für die Planungsregion Zürich, vertreten durch den Zürcher Verkehrsverbund (ZVV), und die Zürcher Regierung kommt ausschliesslich die 11,5-Milliarden-Variante in Frage.

Votum fürs 4. Gleis am Stadelhofen

Denn mit der kleinen Variante für 7 Milliarden Franken könnten die Engpässe im Netz der Zürcher S-Bahn nur vereinzelt behoben werden, weil der Ausbau des Bahnhofs Stadelhofen - einer der grössten und neuralgischsten Engpässe im Zürcher Schienennetz - nicht enthalten ist.

Ohne ein viertes Gleis akzentuiere sich die bereits vorhandene grosse Überbelastung am Bahnhof Stadelhofen. Das würde den gesamten Bahnbetrieb in der Region destabilisieren. Beide Bauvorhaben seien zwingend nötig, damit der Bahnverkehr im Grossraum Zürich (S-Bahn 2G, 2. Generation) und in Richtung Ostschweiz nachfragegerecht weiterentwickelt werden kann, heisst es weiter.

Forchbahn ebenfalls berücksichtigen

Regierungsrat und ZVV sind erfreut, dass der Vorschlag des Bundesrats nebst den genannten Schlüsselprojekten auch weitere kleinere und mittlere Infrastrukturanpassungen im Kanton vorsieht. So sind unter anderem Ausbauten auf der Strecke Uster – Aathal, Herrliberg-Feldmeilen – Meilen oder Doppelspurprojekte bei der Sihltal Zürich Uetliberg Bahn (SZU) zwingend nötig.

Regierungsrat und ZVV möchten allerdings, dass die notwendigen Investitionen bei der Forchbahn neu in die Botschaft an das Parlament aufgenommen werden. Überdies sollen die geplanten neuen S-Bahn-Haltestellen Winterthur Grüze Nord und Wädenswil Reidbach ermöglicht werden. Auch die Haltestelle Silbern soll im Zusammenhang mit der vorgesehenen Projektierung des Ausbaus der Strecke zwischen Zürich und Aarau weitergeplant werden können.

Nicht nur in Zürich sparen

Unterstützt wird das Anliegen des Bundes, die Kosten der Projekte wenn möglich zu optimieren. Die Suche nach Kosteneinsparungen müsse sich aber auf alle Regionen erstrecken. Sie dürfe sich nicht nur auf den Raum Zürich-Zentralschweiz beschränken. Um die Vorlage bestmöglich weiterzuentwickeln, ist der Planungsprozess zwingend mit den sechs Planungsregionen weiterzuführen. Die Planungsregion Zürich erwartet zudem, dass die Regionen dabei deutlich stärker einbezogen werden als bisher. Dadurch soll sichergestellt werden, dass das Gesamtkonzept in sich stimmig ist und die Mittel aus dem Bahninfrastrukturfonds zielgerichtet und mit dem grössten Nutzen eingesetzt werden.

Die Eisenbahninfrastruktur wird im Rahmen von strategischen Entwicklungsprogrammen (STEP) schrittweise ausgebaut. Gemäss Bundesgesetz ist der Bund zuständig für die Finanzierung der Bahninfrastruktur und die Kantone für die Planung der Angebotskonzepte für den Regionalverkehr. Die Kantone haben sich dazu in sechs Planungsregionen organisiert: Nordwestschweiz, Ostschweiz, Tessin, Zentralschweiz, Westschweiz und Zürich. Die Planung für die Region Zürich übernimmt der Zürcher Verkehrsverbund (ZVV). (sda/pu)

Erstellt: 11.01.2018, 11:46 Uhr

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