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Zürich tut zu wenig gegen Strassenlärm

Das Baurekursgericht heisst den Stadtrat, über die Bücher zu gehen: Allein mit Schallschutzfenstern liessen sich die Stadtbewohner nicht vor Lärm schützen.

Viele Zürcherinnen und Zürcher leiden unter übermässigem Verkehrslärm. Bild: Patrick Gutenberg
Viele Zürcherinnen und Zürcher leiden unter übermässigem Verkehrslärm. Bild: Patrick Gutenberg

Die Lärmschutzverordnung des Bundes sagt es klar: Eine Stadt muss ihre Bewohnerinnen und Bewohner vor übermässigem Verkehrslärm schützen. Die Grenzwerte dürfen nicht überschritten werden. Der Zürcher Stadtrat beschloss deshalb im August letzten Jahres das Projekt Strassenlärmsanierung, um das 40 besonders lärmige Strassenabschnitte in den Kreisen 1, 4 und 5 zu beruhigen.

Der Verkehrsclub VCS war mit diesem Projekt allerdings gar nicht einverstanden. Er kritisierte, dass nur auf einem kleinen Teil dieser Strassenabschnitte der Lärm mittel reduzierter Höchstgeschwindigkeit gemindert werden sollte. Lediglich 24'000 lärmgeplagte Anwohner, nicht einmal 20 Prozent aller Betroffenen, profitieren von Tempo 30. Die meisten sollten sich dagegen mit dem Einbau von Schallschutzfenstern begnügen.

Der VCS will jedoch das Problem an der Quelle beseitigen: Er fordert mehr Tempo-30-Zonen und zog deshalb vor das Baurekursgericht. Dieses teilt die Ansicht des VCS. Der Rekurs sei vollumfänglich gutzuheissen, heisst es im Urteil, das heute Freitag veröffentlicht wurde. Der Stadtratsbeschluss vom August 2018 wird somit aufgehoben.

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Der Stadtrat hatte argumentiert, dass es oft gar nicht möglich sei, das Tempo auf 30 zu reduzieren. Entweder, weil es sich um kantonale Strassen handle oder weil auf den betreffenden Strassen sonst der öffentliche Verkehr zu stark ausgebremst würde.

(SDA)

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