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Zürich sorgt sich um seine 30- bis 39-Jährigen

Es ist die grösste Altersgruppe der Zürcher Stadtbevölkerung. Trotzdem ist kaum bekannt, was 30- bis 39-Jährige umtreibt. Das will die Stadt nun ändern.

Marisa Eggli
Zürich ist die Stadt der 30- bis 39-Jährigen. Auch sie sammelten sich diesen Sommer auf dem Sechseläutenplatz für die Oper für alle.
Zürich ist die Stadt der 30- bis 39-Jährigen. Auch sie sammelten sich diesen Sommer auf dem Sechseläutenplatz für die Oper für alle.
Urs Jaudas

Es tönt wie überschwängliche Fürsorge: Die Stadt Zürich will wissen, wie ihre grösste Bevölkerungsgruppe denkt und lebt. Die Rede ist von den 30- bis 39-jährigen Zürcherinnen und Zürchern. Sie bilden laut der Stadtentwicklung die bedeutend grösste Altersgruppe – «und es werden immer mehr».

Reicht fast für eine Grossstadt

Die Anzahl der 30- bis 39-Jährigen ist ein guter Grund für die Stadt, diese soziale Schicht zu analysieren und ihr eine Veranstaltungsreihe mit dem Namen «ZRH3039» zu widmen. Schliesslich soll sie sich in der Stadt wohlfühlen.

Der kurze Überblick zeigt: Von über 400'000 Frauen und Männern, die in Zürich leben, sind gut 90'000 zwischen 30 und 39 Jahre alt. Das, so schreibt die Stadt, würde schon bald reichen, um eine eigene Grossstadt zu bilden. Dafür müsste diese Altersklasse die Grenze von 100'000 aber noch knacken.

Anstieg seit über 20 Jahren: Der dicke blaue Strich zeigt, wie die Zahl der 30- bis 39-Jährigen in Zürich wächst. Quelle: Open Data Stadt Zürich
Anstieg seit über 20 Jahren: Der dicke blaue Strich zeigt, wie die Zahl der 30- bis 39-Jährigen in Zürich wächst. Quelle: Open Data Stadt Zürich

Fast alle arbeiten in Zürich. Sieben von zehn haben einen höheren Bildungsabschluss, die Hälfte hat einen akademischen Beruf. Zürich stellt sich die Frage, was getan werden muss, damit sie sich in der Stadt und ihren Quartieren wohlfühlen und nicht abwandern.

Gefühl, nicht gut vertreten zu sein

Spannend ist, dass ein Grossteil dieser Gruppe in die Stadt eingewandert ist, oder aber deren Eltern sind aus dem Ausland nach Zürich gezogen. Mehr als die Hälfte ist im Ausland geboren – es sind Secondos oder Secondas ohne Schweizer Pass. Somit sind rund 45'000 Frauen und Männer in diesem Alter vom politischen Prozess, von Wahlen, Abstimmungen und der direkten Demokratie in Zürich ausgeschlossen.

Dass ein Grossteil der Zürcherinnen und Zürcher im Alter von 30 bis 39 Jahren politisch im Abseits steht, beschäftigt die Stadt ebenfalls. Wie die Stadtentwicklung schreibt, fühlen sich diese Personen aufgrund ihrer fehlenden politischen Mitbestimmung von der Stadtregierung und dem Gemeinderat häufig nicht gut vertreten.

Deshalb will Zürich gemeinsam mit dem Zentrum für Demokratie Aarau «die Bedeutung dieses Demokratiedefizits für das direktdemokratische Selbstverständnis» an einer Veranstaltung im November beleuchten.

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