Zürich und Schlieren rücken zusammen

Gestern Morgen wurde die erste Teilstrecke der Limmattalbahn eröffnet. Bei den Festreden ereignete sich allerdings ein Lapsus.

Annäherung: Die Agglo rückt näher an die Kernstadt.

Annäherung: Die Agglo rückt näher an die Kernstadt. Bild: Tom Egli

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Eben hatte die Zürcher Regierungspräsidentin Carmen Walker Späh die zahlreichen illustren Gäste begrüsst und wollte zu ihrer Rede überleiten, da war sie einfach weg. Ausgeknipst. Ein Lapsus. Eigentlich zwei Lapsus.

Das Duo Lapsus moderierte gestern Freitag die Eröffnungsfeier zur ersten Etappe der Limmattalbahn, die vom Farbhof ins Schlieremer Zentrum führt. Die Wichtigkeit dieses Ereignisses belegt die Tatsache, dass sowohl der Regierungsrat wie auch der Stadtzürcher Stadtrat fast beschlussfähig anwesend waren – und die lange Rednerliste.

Lapsus: Das Komikerduo liess Politikerinnen und Politiker verschwinden.

Die Limmattalbahn ist ein Generationenprojekt mit Vorbildcharakter – das wollte Walker Späh eigentlich sagen. Der Aargauer Regierungsrat Stephan Attiger hätte gerne gesagt, dass es sich um ein Schlüsselprojekt im gemeinsamen Agglomerationsprogramm der Kantone Zürich und Aargau handle. Doch ging es ihm gleich wie seiner Vorrednerin. Nach ein paar Sätzen war er weggezappt.

Die Zürcher Stadtpräsidentin Corine Mauch konnte die Limmattalerinnen und Limmattaler in der Stadt Zürich herzlich willkommen heissen, der Schlieremer Stadtpräsident Markus Bärtschiger umgekehrt die Zürcherinnen und Zürcher in Schlieren. Dann waren sie weg.

Gruppenbild: Sie repräsentieren die Limmattalbahn. Vorn, von links nach rechts: Carmen Walker Späh, Corine Mauch, Stephan Attiger (Regierungsrat, Aargau), Daniel Issler (Geschäftsleiter LTB), hinten: Guido Schoch (VBZ-Direktor), Michael Baumer, Hans Egloff (Nationalrat SVP und Verwaltungsratspräsident LTB), Markus Bärtschiger (Stadtpräsident von Schlieren, SP). Bild: Tom Egli

Gleich ging es dem Gesamtprojektleiter der Limmattalbahn, Daniel Issler, und dem Verwaltungsratspräsidenten Hans Egloff. Der Zürcher Stadtrat und VBZ-Vorstand Michael Baumer wollte sagen, dass Schlieren und Zürich zusammenwachsen. Er kam nicht dazu.

Doch stand ebendies so ähnlich auch auf dem ersten Zweier-Tram, das die Strecke unter die Räder nahm. Samt Herz!

Verbunden: Ab Montag fährt der Zweier bis nach Schlieren.

Sind Sie verwirrt? Es war noch irrer, denn im Lapsus-Spiel mit Videoaufnahmen und Liveauftritt war Walker Späh zwischendurch in der historischen Limmattaler Strassenbahn, im Volksmund «Lisbethli» genannt, unterwegs und redete und redete.

Bärtschiger begegnete der Gästeschar auf der Jungfernfahrt später, wie er – real – auf einer kleinen Anhöhe entlang der neuen Tramstrecke stand und redete und redete. Die Behördenmitglieder, die doch ansonsten eher ernsthaft unterwegs sind, spielten munter mit.

Die Eröffnungsfeier der Limmattalbahn war ein Spektakel mit zauberhaftem Schlussbouquet: Alle verstreuten, gebeutelten und ständig unterbrochenen Rednerinnen und Redner fuhren am Schluss mit dem «Lisbethli» in Schlieren ein. Leibhaftig und gut gelaunt.

Ein Selfie: Zürichs Stadtpräsidentin Corine Mauch (SP), die Zürcher Regierungspräsidentin Carmen Walker Späh (FDP) und VBZ-Vorstand und Zürcher Stadtrat Michael Baumer (FDP). Bild. Tom Egli

Alle? Einer ging vergessen. Stephan Attiger liessen sie im Regen stehen. Im Regen von Spreitenbach, denn dort ist die Limmattalbahn eben noch nicht angekommen. Deshalb griff er gleich zur Schaufel und schritt zum Spatenstich.

Denn ab Montag wird die zweite Etappe der Limmattalbahn gebaut. Sie wird von Schlieren über das Spital Limmattal und die Kantonsschule in Urdorf nach Dietikon führen. Und von dort aus via Shoppingcenter Spreitenbach an den Bahnhof Killwangen. Ende 2022 sollte diese Strecke in Betrieb gehen. Angedacht ist bereits eine Weiterführung nach Baden.

Auch schon die Zwei: Die Limmattaler Strassenbahn, «Lisbethli» genannt, war zwischen 1900 und 1930 in Betrieb. Bild: Tom Egli

Doch zuerst wird das Bestehende gefeiert. Und zwar ganz gross. In Schlieren startete gestern ein riesiges Volksfest, das bis am 8. September dauert – nicht nur, aber auch, weil es mit dem neuen Tram enger mit der Stadt Zürich verbunden ist. Das Motto: Schlieren lacht. Gestern traf dies schon einmal ins Schwarze.

Heute Samstag finden von zehn bis achtzehn Uhr moderierte Gratisfahrten im 2er-Cobra zwischen Geissweid und Farbhof statt. Auch das Lisbethli ist dabei.

Erstellt: 30.08.2019, 16:40 Uhr

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