Dem Zürich-Museum fehlen Millionen

Die Ausstellung über Zürich im Landesmuseum soll in zwei Jahren aufgehen – aber das letzte Wort zur Finanzierung ist noch nicht gesprochen.

Soll im Sommer 2016 eröffnet werden: Baustelle des Landesmuseum-Neubaus.

Soll im Sommer 2016 eröffnet werden: Baustelle des Landesmuseum-Neubaus. Bild: Doris Fanconi

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Das Resultat war deutlich. Mit einem ­Ja-Anteil von 63,5 Prozent bewilligten die Stadtzürcher Stimmberechtigten diesen Juni einen städtischen Beitrag von 1,76 Millionen Franken und jährliche Betriebsbeiträge von 300'000 Franken für das Projekt «Zürich im Landesmuseum». Geplant ist eine permanente und kostenlos zugängliche Ausstellung, die auf rund 350 Quadratmetern Vergangenheit, Gegenwart sowie Zukunft ­ des Raums Zürich darstellen und erläutern soll.

Was nach dem klaren Volksentscheid etwas in Vergessenheit geriet: Die Zürich-Ausstellung lässt noch geraume Zeit auf sich warten. Die Eröffnung findet frühestens im zweiten Halbjahr 2017 statt, wie Nat Bächtold, Sprecher von Stadtpräsidentin Corine Mauch (SP), auf Anfrage erklärt. Der ursprüngliche Plan für «Zürich im Landesmuseum» war zwar auf die Eröffnung des Landesmuseumsneubaus im Sommer 2016 abgestimmt. Mit dem Behördenreferendum von AL, GLP und SVP mussten dann aber alle Arbeiten am Projekt sistiert werden, wie Bächtold sagt. Darauf folgte die halbjährige Verzögerung bis zur Abstimmung im letzten Juni.

Es geht um 2 Millionen Franken

Vor dieser Abstimmung wurde zudem verbindlich festgelegt, dass das Projekt nur realisiert wird, wenn auch der Kanton seinen Anteil bewilligt. «Das ist jetzt im Gang, aber noch nicht abgeschlossen», so Bächtold. Anders als im ursprünglichen Ablauf vorgesehen, gelte es nun, den Beschluss des Kantons abzuwarten. Erst dann könnten das Detailkonzept und die Realisierung der Ausstellung in Angriff genommen werden.

Der Kanton beteiligt sich an den Projektierungskosten mit 360'000 Franken. Diesen Betrag aus dem Lotteriefonds hat der Regierungsrat im März zugesichert. Noch nicht bewilligt ist dagegen der ­kantonale Beitrag von 2,1 Millionen Franken an die Investitionskosten für das Zürich-Museum.

Der Antrag für die 2,1 Millionen Franken aus dem Lotteriefonds wird in absehbarer Zeit dem Regierungsrat unterbreitet, wie Stephan Civelli vom Lotteriefonds sagt. Verabschiedet der Regierungsrat diesen Antrag, geht er an den Kantonsrat. Weil der Betrag 500'000 Franken übersteigt, kann ihn der Regierungsrat nicht in eigener Kompetenz bewilligen. Das Kantonsparlament dürfte wohl Anfang des nächsten Jahres über die 2,1 Millionen entscheiden.

Kein weiterer Urnengang

Klar ist: Eine erneute Volksabstimmung über das Zürich-Museum wird es nicht geben. Der Kantonsrat kann abschliessend über den Lotteriefondsbeitrag entscheiden, der Beschluss ist nicht referendumsfähig. Dafür sorgt eine Gesetzesänderung, die der Kantonsrat vor etwas mehr als einem Jahr beschlossen hat. Auslöser dafür war notabene ein anderer Beitrag ans Landesmuseum. Im Zusammenhang mit dem Lotteriefonds-beitrag an den Erweiterungsbau hatte das Bundesgericht 2009 moniert, dass es keine genügende Rechtsgrundlage gebe für die Praxis, dass der Kantonsrat abschliessend über grössere Lotteriefondsbeiträge entscheiden könne.

Trotz Verzögerungen zeigt sich Corine Mauchs Sprecher Nat Bächtold optimistisch. Ebenso wie die Stadtzürcher Stimmberechtigten mit ihrem klaren Ja habe auch der Regierungsrat wiederholt betont, dass er hinter «Zürich im Landesmuseum» stehe. «Wir sind zuversichtlich, dass der Kantonsrat dem Lotteriefondsbeitrag zustimmen wird, und freuen uns, wenn die Ausstellung in der zweiten Jahreshälfte 2017 eröffnet werden kann.»

Erstellt: 03.09.2015, 10:32 Uhr

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