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«Zufallsopfer geben sich oft selbst die Schuld»

Ein Mann schlug Beat Schlatter unvermittelt auf offener Strasse nieder. Warum Verdrängungsversuche der Opfer scheitern und welche Rolle die Medien spielen, erklärt Psychologe Andreas Maercker.

Beat Schlatter wurde im März 2015 am Bahnhof Meilen grundlos angegriffen. Nun hat das Bezirksgericht Meilen den Täter zu einer ambulanten Therapie verurteilt.
Beat Schlatter wurde im März 2015 am Bahnhof Meilen grundlos angegriffen. Nun hat das Bezirksgericht Meilen den Täter zu einer ambulanten Therapie verurteilt.
Ayse Yavas, Keystone
Schlatter war nicht das einzige Opfer des psychisch kranken Hobby-Kampfsportlers: Dieser hatte wenige Tage zuvor zwei andere Passanten angegriffen.
Schlatter war nicht das einzige Opfer des psychisch kranken Hobby-Kampfsportlers: Dieser hatte wenige Tage zuvor zwei andere Passanten angegriffen.
Keystone
Haben zusammen das Kabarett Götterspass gegründet: Beat Schlatter und Patrick Frey während eines Auftritts im Jahr 1997.
Haben zusammen das Kabarett Götterspass gegründet: Beat Schlatter und Patrick Frey während eines Auftritts im Jahr 1997.
Keystone
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Herr Maeckler, Beat Schlatter wurde auf der Strasse niedergeschlagen – offenbar eine Tat ohne jeden Anlass. Wie gehen Opfer mit solchen Attacken um? Jeder Fall verhält sich anders. Wobei gewisse Muster immer wieder auftreten: Typisch ist etwa der Schockzustand, in dem sich die Opfer befinden. Die meisten erinnern sich sehr genau an das, was vorgefallen ist. Auch an kleinste Details. Die Zeit, in der sich die Tat abspielte, wird wie angehalten. Es kommt zu einer Zeitdehnung. Die Tat nimmt nun sehr viel Raum beim Opfer ein. Es kann an nichts anderes mehr denken – Tag und Nacht. Verdrängungsversuche scheitern zumeist nach kurzer Zeit. Bei anderen Betroffenen passiert das Gegenteil.

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