Zwei Flugzeuge landen in der Wiese

In Hausen am Albis misslang einem Piloten eine Landung gründlich. Und in Wangen SZ patzte ein angehender Pilot ausgerechnet auf dem letzten Flug vor der Prüfung.

Erst der Zaun stoppte die Piper eines 71-jährigen Piloten in Hausen am Albis.

Erst der Zaun stoppte die Piper eines 71-jährigen Piloten in Hausen am Albis. Bild: Sust

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Ein 71-jähriger Pilot startete am Morgen des 12. Juli 2018 mit seiner Piper auf dem Flugplatz Hausen am Albis, flog drei Platzrunden mit Aufsetzen und Durchstarten (Touch and Go) und landete schliesslich. Dann ging aber etwas schief.

Er überrollte beim Abbremsen, machte dadurch eine abrupte 180-Grad-Drehung, schlitterte in die Wiese und wurde erst von einem Zaun gestoppt. Dabei wurde das Flugzeug «erheblich beschädigt», wie die Schweizerische Sicherheitsuntersuchungsstelle (Sust) in ihrem Bericht schreibt, den sie heute Donnerstag publiziert hat. Der Pilot blieb unversehrt, doch der linke Flügel sowie der Propeller des Kleinflugzeugs waren kaputt.

Ungewollte Rechtskurve: Pilot verlor die Kontrolle über seinen Flieger. Quelle: Sust

Da der Pilot in diesem Jahr erst zwei Trainingsflüge absolviert hatte und zwei Stunden in der Luft gewesen war, vermutet die Sust, dass der Kontrollverlust «durch den eher geringen aktualen Trainingsstand begünstigt wurde». Denn das Wetter im Säuliamt war prächtig und die Piper in tadellosem Zustand.

Er geriet auf die schiefe Bahn

Die Sust hat heute einen zweiten Bericht zu einem Vorfall publiziert. Am 4. Juni 2018 wollte ein 52-jähriger Mann auf dem Flugplatz Wangen-Lachen am Obersee seine einmotorige Aquila in die Luft bringen. Doch nachdem er nach einem Drittel der Piste seine Geschwindigkeitsanzeige gecheckt hatte, bemerkte er, dass er sich nach links zum Pistenrand zubewegte.

Das Kleinflugzeug landete im sumpfigen Wiesland. Foto: Sust

Er realisierte, dass kein Manöver mehr möglich war, um das Ausscheren zu verhindern. Also reduzierte er die Motorenleistung und bremste. Dennoch raste er mit einer Geschwindigkeit von 87 km/h in die Wiese – bei circa 93 km/h kann dieser Flieger abheben. Während des Ausrollens kollidierte das Kleinflugzeug mit einem Pfosten, wodurch der rechte Flügel leicht beschädigt wurde. Die Aquila blieb darauf im sumpfigen Wiesland stehen. Der Pilot blieb unverletzt.

Zuerst lenken, dann Geschwindigkeit prüfen

Die Sust vermutet, dass der Pilot zu sehr aufs Ablesen der digitalen Geschwindigkeitsanzeige konzentriert war. Dadurch sei «seine Wahrnehmung von Richtungsänderungen offenbar» eingeschränkt gewesen, stellt sie fest. Der Pilot hätte sich zuerst auf das Steuern konzentrieren sollen, bevor er bei einem definierten Punkt – etwa der Pistenmitte – auf den Tacho schaut. Den Startabbruch aber lobt die Sust als «sicherheitsbewusst».

Plötzliches Ausscheren nach links: Situation am Obersee. Quelle: Sust

Pech für den 52-Jährigen war, dass der Flug von Lommis TG nach Wangen und zurück der letzte Trainingsflug nach der Ausbildung zum Privatpiloten und vor der Flugprüfung war. Ob er diese trotzdem absolvieren konnte, geht aus dem Bericht nicht hervor.

(pu)

Erstellt: 29.08.2019, 12:58 Uhr

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