Zwei Städte, doppelter Preis
Nach dem Debakel mit den Ikea-Modellen hat Zürich überstürzt und für viel Geld eine neue Lösung für die Asylhäuschen in der Messehalle Oerlikon finden müssen.

Wie kleine Zimmer stehen die Asylhäuschen in der Kirche, es riecht nach frisch geschnittenem Holz. Besucher streifen neugierig durch die Räume, kommentieren die Holzhütten, betrachten die weiss gestrichenen Wände, die Kajütenbetten, den Vorhang, der den kleinen Raum in zwei Nischen teilt – eine fürs Essen, eine fürs Schlafen. Die Kirche Rosenberg im gleichnamigen Quartier in Winterthur hat zur Besichtigung ihrer frisch erstellten Asylunterkunft geladen. Das Hüttendorf in der leeren Kirche hat landesweit Schlagzeilen gemacht. Inzwischen beziehen es Asylsuchende aus Eritrea, Afghanistan und Syrien.
Die 14 Häuschen für 70 Personen in Winterthur sind eine Art Minivariante der Zürcher Messehalle. In dieser sollen 250 Flüchtlinge unterkommen. Beide Asylunterkünfte haben im Januar ihre Türen geöffnet. In Winterthur sind die Holzhäuschen liebevoller gestaltet, in Zürich-Oerlikon wirken sie genormter. In Winterthur schlafen darin bis zu fünf Flüchtlinge, in Zürich vier. Doch im Grunde sind die Hütten sehr ähnlich.

