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Regionale Planungsgruppe will Korsett des Kantons sprengen

Der Kanton sehe für die Region Zimmerberg zu wenig Siedlungsgebiet vor, findet die Zürcher Planungsgruppe Zimmerberg. Sie fordert vom Kanton mehr Raum für Wohnungen und Arbeitsplätze.

Von Anja Müller Die Region Zimmerberg soll in den nächsten 20 Jahren mit den bestehenden Siedlungsgebieten auskommen. Dieser Meinung ist der Zürcher Regierungsrat. Das Bevölkerungswachstum in der Zimmerbergregion von heute 115 000 Personen auf 121 000 Personen im Jahr 2030 könne allein durch verdichtetes Bauen in den bestehenden Bauzonen bewältigt werden, meint er. Zusätzliches Siedlungsgebiet sei nicht nötig. Die kantonalen Planer wollen deshalb im Bezirk Horgen einige Reservezonen abbauen. Ein Beispiel dafür sind die Gebiete Böcklerrain und Steinacherstrasse in der Au. Sichtbar wird dies im Entwurf des kantonalen Richtplans, der noch bis heute öffentlich aufliegt und voraussichtlich 2013 festgesetzt wird. Viele Grundstücke blockiert Die Zürcher Planungsgruppe Zimmerberg (ZPZ), ein Gremium aus Vertretern der zwölf Bezirksgemeinden, ist anderer Meinung. In ihrer Stellungnahme zum Entwurf des kantonalen Richtplans bezweifelt sie die Berechnungen des Kantons. Zusätzliches Siedlungsgebiet sei unverzichtbar. Vor allem, weil pro Person zunehmend mehr Fläche gebraucht werde, sagt ZPZ-Präsident Ruedi Hatt (Richterswil): «Der Mehrflächenbedarf konnte schon in den letzten Jahren nicht durch eine bauliche Verdichtung aufgewogen werden.» Ausserdem seien viele Grundstücke zur Verdichtung gar nicht verfügbar, weil die Landbesitzer sie nicht verkaufen oder überbauen wollen. Die ZPZ schätzt, dass in der Region Zimmerberg pro Jahr ungefähr fünf Hektaren zusätzliche Baufläche erforderlich sind, um das Bevölkerungswachstum aufzufangen. Sie stellt dem Regierungsrat deshalb den Antrag, gewisse Gebiete neu einzuzonen und einen Teil der Reservezonen zu belassen. «Das Korsett ist sonst einfach zu eng», sagt Ruedi Hatt. Konkret fordert die ZPZ, das Siedlungsgebiet Böcklerrain und Steinacherstrasse in Wädenswil zu belassen. Neu dem Siedlungsgebiet zuteilen will die Planungsgruppe die Gebiete Hernerbüel und Schlitten in Horgen und in Gattikon das Gebiet Sihlhalden. Ausserdem sollen die Siedlungsgebiete in den Berggemeinden Hirzel, Schönenberg, Hütten und Samstagern so moderat erweitert werden, dass künftig ein kleines Bevölkerungswachstum möglich ist. Neubüel als Arbeitsplatzgebiet Besondere Bedeutung für die ZPZ hat das Areal rund um den Autobahnanschluss in Wädenswil. Das Ziel der Planungsgruppe und der Stadt Wädenswil ist, die Gebiete Neubüel, Hintere Rüti, Rütihof und Aamüli als regionales Arbeitsplatzgebiet auszuscheiden. Ruedi Hatt: «Vor allem Kleinbetriebe ziehen immer häufiger aus der Region weg, weil die Preise hier zu hoch sind. Da sich die Umgebung der Autobahnausfahrt in Wädenswil eignet, um Gewerbe und Technologie anzusiedeln, wollen wir uns darauf konzentrieren.» Damit könne erreicht werden, dass die Wohnregion Zimmerberg auch langfristig über eine gewisse Zahl an Arbeitsplätzen verfügt. Die ZPZ fordert deshalb vom Kanton, das Gebiet zwischen dem heutigen Industriegebiet Hintere Rüti unterhalb der Autobahn und dem Polizeistützpunkt Neubüel oberhalb der A 3 dem Siedlungsgebiet zuzuteilen. Als Kompensation soll das Gebiet Stoffel in Wädenswil vom Siedlungsgebiet in ein geeignetes Nicht-Siedlungsgebiet umgeteilt werden. Bockengut erhalten Von der ZPZ begrüsst werden auch die Siedlungsplanänderungen in den Gebieten Lätten/Asp in Adliswil. Ersteres soll vom Bauentwicklungsgebiet in ein Baugebiet überführt werden. Das schaffe gute Voraussetzungen für Wohnungsbau und die Arrondierung des Erholungsgebiets. Zudem entstehe Erweiterungsspielraum für das Spital Sanitas. Die Zuteilung des Gutes Bocken ins Siedlungsgebiet erachtet die ZPZ als richtig, um das regional bedeutende Ensemble zu erhalten.

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