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Rekordbusse für französische Banken wegen Absprachen

Die französische Wettbewerbsbehörde hat gegen elf nationale Banken eine Geldstrafe von insgesamt 384 Millionen Euro verhängt, weil diese sich bei den Kommissionen für die Bearbeitung von Checks abgesprochen hatten. Alle namhaften Geldinstitute sind dabei: so etwa Crédit Agricole, Société Générale oder BNP Paribas. Die Höhe der Busse errechneten die Wettbewerbshüter anhand der Grösse der Banken und dem geschätzten Profit aus der unlauteren Absprache. Die Gruppe der Volksbanken und Sparkassen (BPCE) traf es mit über 90 Millionen am stärksten, gefolgt von Crédit Agricole mit 83 Millionen. Mit 350 000 Euro wurde auch die französische Zentralbank, die Banque de France, für ihre angebliche Verwicklung bestraft. In Frankreich ist die Rede von einer Rekordbusse für die Bankenwelt. Die Vorwürfe gehen auf das Jahr 2002 zurück, als die manuelle Verarbeitung der Checks abgeschafft wurde: Fortan zirkulierten sie nicht mehr in Papierform, sondern wurden gescannt und computerisiert. Mit der Automatisierung sparten die Banken zwar massiv Kosten ein, was sie aber nicht daran hinderte, sich untereinander auf die Erhebung einer neuen Kommission von 4,3 Cent pro Check zu einigen. Begründet wurde die Belastung mit der technischen Komplexität des neuen Verfahrens. Das Kartellamt gelangte nun aber in seinem 140-seitigen Bericht zur Erkenntnis, dass der Mehraufwand in keinem Verhältnis zur Kommission stand. Die Konsumentenschützer freuen sich über die Strafe. Einige Banken kündigten an, sie würden ein Rekursverfahren erwägen. Dafür haben sie 30 Tage Zeit. Oliver Meiler, Marseille

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