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Richterswil will Klärschlamm nicht in Zürich verbrennen

Die Gemeinde widersetzt sich kantonalen Plänen und möchte ihren Klärschlamm weiterhin in Horgen verbrennen – doch selbst der Geschäftsführer dieser Anlage hält nichts von dieser Idee.

Von Bettina Ledergerber Richterswil – In Entsorgungsfragen lässt sich die Gemeinde Richterswil nur ungern dreinreden. Erst gerade, im Jahr 2009, sprachen sich die Stimmbürger gegen eine gemeinsame Abwasserreinigungsanlage (ARA) mit Wädenswil aus – alle andern waren dafür. Nun geht es um die Entsorgung von Klärschlamm. Der Gemeinderat Richterswil stemmt sich gegen den kantonalen Fahrplan. Ein Gesuch um Ausnahmegenehmigung an die Zürcher Baudirektion ist in Vorbereitung. Lokales Gewerbe stärken Ab 2015 soll sämtlicher Klärschlamm aus dem Kanton Zürich in einer zentralen Klärschlammverwertungsanlage im Stadtzürcher Werdhölzli verarbeitet werden. Der Kanton hat kürzlich sämtliche Gemeinden und ARA-Zweckverbände zu einer Vernehmlassung eingeladen. Die zwölf Gemeinden im Bezirk Horgen sind insofern betroffen, als sie ihren Klärschlamm ab 2015 nach Zürich transportieren lassen müssen. Bis anhin haben sie ihren in den ARA getrockneten Klärschlamm in die Kehrichtverbrennungsanlage (KVA) in Horgen gebracht, wo er verbrannt wurde. Voraussichtlich im Jahr 2018 soll sie wegen Überkapazitäten stillgelegt werden. Der Richterswiler Gemeinderat stimmt zwar einer zentralen Entsorgung grundsätzlich zu, er verlangt aber eine Übergangsphase, in der der Klärschlamm bis zur Stilllegung der Anlage nach Horgen gebracht wird. Der Gemeinderat habe Bedenken wegen des weiteren Weges, begründet Gemeindeschreiber Roger Nauer dieses Anliegen. Gemeinderat und Werkvorstand Jörg Hottinger (SVP) sagt: «Wir haben uns zu diesem Gesuch um Ausnahmebewilligung entschieden, weil wir die KVA Horgen unterstützen wollen. Wenn alle anderen Zweckverbandsgemeinden für die Zürcher Lösung sind, werden wir selbstverständlich auch mitmachen.» «Unsinnige Lösung» Selbst die KVA Horgen würde sich gegen das Richterswiler Ausnahmegesuch wehren. «Wir unterstützen keine unsinnige Lösung», sagt Geschäftsführer Werner Gut. Die projektierte kantonale Verbrennung bringe einen ökologischen und ökonomischen Vorteil. «Zudem würde die Zentralisierung der Klärschlammverwertung uns entlasten», sagt Gut. Im Bezirk Horgen fallen jährlich zwischen 8000 und 10 000 Tonnen entwässerter Klärschlamm an. Dessen Trocknung und Verbrennung in der KVA kostet etwa eine Million Franken im Jahr. Damit nicht jene bestraft werden, die künftig einen längeren Weg nach Zürich haben, wolle der Kanton laut KVA-Geschäftsführer Gut ein Logistikkonzept mit einem Transportkostenausgleich ausarbeiten. Die Gemeinden Thalwil und Adliswil haben in der Vernehmlassung dem kantonalen Klärschlamm-Entsorgungsfahrplan zugestimmt. In Wädenswil sorgt das Richterswiler Vorhaben für Kopfschütteln. Stadtingenieur Karl Bachmann sagt: «Es geht nicht an, dass jede Gemeinde etwas für sich macht.» Die Horgner Kehrichtverbrennungsanlage soll 2018 geschlossen werden.Foto: TA-Archiv

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