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Richterswiler Kinder funken ins Weltall

22 Schülerinnen und Schüler durften einer Astronautin der Raumstation ISS Fragen stellen. Zehn aufregende Minuten hatten sie Zeit, ehe der Kontakt abbrach.

Von Nicole Trossmann Richterswil – In einem Zimmer des Schulhauses Breiten in Richterswil scharren die Schüler nervös mit den Füssen, die Lehrer machen erwartungsvolle Gesichter, die Eltern recken die Hälse. Im Zentrum der Aufmerksamkeit stehen die Richterswiler Amateurfunker Mario Malacarne und Gebi Schmid. An der Wand hängen Bilder der Crew der Internationalen Raumstation ISS. Darunter befindet sich auch jene Frau, mit der hoffentlich bald Funkkontakt zustande kommt – obwohl sie gerade in 340 Kilometer Höhe um die Erde kreist: die Astronautin Catherine Grace Coleman. Vom Treppenhaus her ist nervöses Getuschel zu hören; dort drängen sich Dutzende Schüler. Der Funkkontakt wird auch nach draussen übertragen, sodass mehrere Klassen am Ereignis teilhaben können. 22 Schüler aber – alle in Nasa-Shirts – stehen in einer Reihe und warten. Sie dürfen der Astronautin je eine Frage stellen. «Wie ist das Essen im All?» «Noch vier Minuten», ruft Malacarne. Die Eltern zücken ihre Kameras. Dann ist es so weit. Lautes Rauschen erfüllt das Zimmer, und Malacarne spricht langsam ins Funkgerät: «This is Hotel Bravo 9 India Rome Mexico, do you hear me, Oscar Rome ISS? Over.» Rauschen. Immer wieder sagt Malacarne seinen Satz, aber nichts passiert. Dann plötzlich eine Frauenstimme: «I can hear you.» Die Freude im Schulzimmer ist riesig. Sofort bedeutet Malacarne dem ersten Kind, seine Frage zu stellen. Es will wissen, wie das Essen im All sei. Coleman antwortet: «Das Essen ist nicht das beste im All.» Ein nächster Schüler fragt, wie es sich in der Schwerelosigkeit anfühle. Es sei fantastisch, kommt die Antwort. «Ich stosse mich mit dem Zeh von der Wand ab und schwebe durch den Raum.» Ziel der Kontakte zwischen Amateurfunkern und der ISS ist es, die Jugend für die Raumfahrt zu interessieren. Für den Kontakt mit der Station, die mit einer Geschwindigkeit von 30 000 Stundenkilometern unterwegs ist, stehen jeweils nur zehn Minuten zur Verfügung. Die Zeit vergeht im Flug. Der letzte Schüler hüpft nervös von einem Bein aufs andere. Er kann gerade noch fragen, wie es im All sei, aber Colemans Antwort geht im Rauschen unter: «Für mich ist es . . .» Der Kontakt ist abgebrochen. Jubel erklingt, tosender Applaus. Eine Art Englischunterricht Malacarne ist erleichtert. «Meine Nerven liegen jeweils blank», sagt er. Man könne nie sicher sein, ob der Kontakt tatsächlich zustande komme. Die Schüler fanden es «sehr spannend», mit der Astronautin zu reden, wie der 12-jährige Gian-Luca Tanner sagt, der Pilot werden will. Die Fragen hat sich jedes Kind selber ausgedacht und dann auf Englisch übersetzt.

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