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Robustere Kreuzungen mit Getreide aus Mexiko und Afghanistan

Bei der Pflanzenzüchtung experimentiert die Agrar-forschung mit Sorten aus trockenen Zonen. Ziel sind stabile Erträge - in heissen wie in kühlen Sommern.

Der wegen der Klimaerwärmung drohende Wassermangel fordert auch die Landwirtschaft heraus. «Viele unserer Kulturpflanzen dürften bei zunehmender Sommerhitze und Trockenheit ihre bisherige Ertragskonstanz einbüssen. Das Potenzial bestehender und alternativer Kulturen muss geprüft werden. Heutige Sorten können möglicherweise durch robustere Sorten oder Arten ersetzt werden, die nicht unbedingt neu gezüchtet werden müssen, sondern in entsprechenden Klimaten bereits verfügbar sind», heisst es in einer Studie über die bis 2050 erwarteten Folgen der Klimaänderung in der Schweiz.

Was die Studie vom März 2007 empfahl, ist in der Agrarforschung teilweise bereits Realität. «Wir kreuzen Schweizer Brotgetreide etwa mit Getreidesorten aus Afghanistan und Mexiko», sagt Arnold Schori, Leiter der Abteilung Ackerpflanzenzüchtung und Genetische Ressourcen von Agroscope Changins-Wädenswil. Der Forscher schränkt allerdings ein: «Wir suchen in erster Linie Sorten, die über mehrere Jahre hinweg stabile Erträge abwerfen.» Optimal sei eine neue Sorte, wenn sie einen heissen Sommer wie 2003 ebenso gut vertrage wie einen feucht-kühlen wie im Jahr 2007.

Die Züchtung neuer Brotgetreidesorten hat in der Schweiz eine 100-jährige Tradition. Jüngeren Datums ist das Heranzüchten neuer Sorten von Sojabohnen und Triticale, einer Kreuzung von Weizen und Roggen. «Wir müssen nicht nur auf die Klimaänderung achten, sondern auch auf Veränderungen im Auftreten von Krankheiten», sagt Schori. Vom ersten Experiment mit einer Kreuzung bis zur Einführung einer neuen Sorte dauert es 12 bis 15 Jahre. Bei den Kartoffeln, die als Wasser bedürftige Kultur wie der Gemüseanbau als Erste von häufigeren Trockenperioden betroffen sind, züchtet Changins selbst keine neuen Sorten. Stattdessen testet sie Neuheiten aus französischen und deutschen Forschungsanstalten, ob sie für den Anbau in der Schweiz geeignet sind.

Im Futterbau stellt sich dasselbe Problem wie im Ackerbau. Trotz extremen Wetterlaunen sollte genügend Gras fürs Vieh wachsen. Die Forschungsanstalt Agroscope Reckenholz-Tänikon verfolgt dieses Ziel laut Jürg Fuhrer mit Grasmischungen aus Arten, die Trockenheit mögen, und solchen, die in feuchten Böden optimal gedeihen. Richard Diethelm, Lausanne

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