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Ruedi Baumann über den Rücktritt von Markus Notter und das Gerangel um seine Nachfolge.

Ellbögeln bei den Linken

Quasi über Nacht ist die Ausgangslage für die Zürcher Regierungsratswahlen 2011 glasklar geworden. Sechs bekannte Bisherige treten nochmals an, nur die SP muss Markus Notter ersetzen, der nun den Verzicht auf eine fünfte Amtsperiode bekannt gegeben hat. Und: Grüne und Grünliberale sind nicht im Regierungsrat vertreten. Sie werden also mit den besten Leuten versuchen, der SP einen Sitz abzujagen. Eine günstigere Gelegenheit kommt nicht so schnell wieder.

Das Gerangel bei den Linken um die Notter-Nachfolge hat begonnen. Es gibt höchstens fünf Personen, die von ihrer Bekanntheit her infrage kommen und am Amt Interesse zeigen. Die SP kann sich keine Experimente leisten und muss die Nationalräte Mario Fehr oder Daniel Jositsch an der Seite von Bildungsdirektorin Regine Aeppli ins Rennen schicken. Der Entscheid in der SP ist heikel und wird zur harten Konkurrenz zwischen zwei Alphatieren führen. Fehr hatte Jositsch vor den Nationalratswahlen eben noch unter seine Fittiche genommen, als dieser erst Kantonsrat war. Mit seiner selbstbewussten Kandidatur um die Nachfolge von Rita Fuhrer hat Jositsch in Kürze die jahrzehntelange Medienpräsenz und Exekutivarbeit von Mario Fehr zumindest egalisiert.

Bei den Grünen wirds zu weiteren Bruderkämpfen kommen. Bei Martin Bäumle von den Grünliberalen heissts «jetzt oder nie». Sein Hauptgegner wird ein alter Weggefährte von den Grünen sein, am ehesten Martin Graf, der Stadtpräsident von Illnau-Effretikon. Von der Bekanntheit her käme höchstens noch der junge Bastien Girod infrage.

In einer wesentlich komfortableren Lage sind FDP und SVP, die mit erst kürzlich gewählten Bisherigen antreten können: Ursula Gut/Thomas Heiniger bei der FDP und Markus Kägi/Ernst Stocker bei der SVP. Die SVP denkt gar allen Ernstes daran, mit einer dritten Kandidatur anzutreten.

Rechts ein solides Quartett, links vier Bewerber um zwei Sitze: Diese Situation muss Hans Hollenstein von der CVP Bauchweh machen. Als schwächstes Glied der sechs Bisherigen muss er um seine Wiederwahl bangen - selbst wenn er sich bei den Wirren ums Migrationsamt aus der Affäre ziehen kann.

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