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Rüschlikon ist noch lange nicht so steuergünstig wie Wollerau

Die geplante Steuersenkung macht Rüschlikon zur günstigsten Gemeinde im Kanton Zürich. Weiter oben am See zahlen die Reichen aber viel weniger.

Von Thomas Zemp Rüschlikon/Wollerau &endash 20 Kilometer liegen zwischen Rüschlikon und Wollerau SZ. Mit dem Auto braucht man für diese Strecke nur etwa eine Viertelstunde. Doch steuermässig liegen die zwei Gemeinden am rechten Zürichseeufer weit auseinander &endash auch wenn beide in ihren Kantonen ab 2012 die günstigsten sind. Die Gemeindeversammlung von Rüschlikon muss die Steuersenkung von 79 auf 72 Prozent am 5. Dezember noch bewilligen (TA vom Freitag). Ihren Geldsegen verdankt die Gemeinde dem Börsengang von Glencore im vergangenen Mai: Der Chef des Rohstoffhändlers, Ivan Glasenberg, und weitere Glencore-Manager wohnen in Rüschlikon und bringen der Gemeinde mit ihren Einkommenssteuern im laufenden Jahr nicht budgetierte Einnahmen von 50 bis 55 Millionen Franken. Glasenberg hatte in früheren Jahren Steuererklärungen mit einem Jahreseinkommen von über 100 Millionen Franken eingereicht. Federer, Ospel, Grübel Wollerau ist nicht nur die steuergünstigste Gemeinde im Nachbarkanton Schwyz. Es gibt wohl keine andere Schweizer Gemeinde, die von ihren Einwohnern so wenig Steuern verlangt. Wollerau hat denn auch in den letzten Jahren sehr prominente Zuzüger mit teilweise unvorstellbar hohen Einkommen vermeldet. Roger Federer zum Beispiel, der laut «Sports Illustrated» vor einem Jahr auf 64 Millionen Franken kam. Oder Marcel Ospel: Der ehemalige UBS-Präsident verdiente 2006 über 26 Millionen Franken &endash was ihm den Titel eines Abzockers einbrachte. Ospel konnte durch seinen Umzug im Herbst 2005 von Basel nach Wollerau die Hälfte seiner Steuern einsparen &endash 6 Millionen Franken. Oder Oswald Grübel: Das Amt als UBS-Chef hat er im September abgegeben. Sein Basissalär lag bei 3 Millionen Franken, auf Boni verzichtete er. Sein Vermögen schätzt die «Bilanz» auf 100 bis 200 Millionen Franken. Dass diese Millionäre ihren Wohnsitz nach Rüschlikon verlegen, ist nicht anzunehmen. Schon bei einem Jahreseinkommen von 1 Million Franken ist der Steuerunterschied immens: In Rüschlikon zahlt der Einkommensmillionär fast 140 000 Franken mehr pro Jahr. Bei der Rechnung hat das Vermögenszentrum Zürich die Steuersenkung der Gemeinde Rüschlikon ebenso berücksichtigt wie die geplante Steuererhöhung des Kantons um 7 Prozentpunkte. Würde diese vom Kantonsrat abgelehnt, läge der Steuerunterschied beim Einkommensmillionär immer noch bei knapp 130 000 Franken. Nicht mit einberechnet sind die Bundessteuern. Diese sind in beiden Kantonen gleich hoch.

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