Zum Hauptinhalt springen

Rundgang durch stürmische Vergangenheit

Bald zehn Jahre sind es her, seit der Sturm Lothar mit 170 km/h übers Land fegte. Die Förster haben am Wochenende in Pfäffikon aufgezeigt, was seither im Wald geschehen ist.

Pfäffikon. - Bereits auf dem kurzen Weg vom Parkplatz zum Informationsparcours wurden die Besucher am Wochenende in der Pfäffiker Faichrüti mit Plakaten und Fragen wie «Weshalb hat der Förster den Wald nicht besser aufgeräumt?» oder «Welche Arten bilden den zukünftigen Wald?» auf den Informationsparcours im Wald eingestimmt. Das von den organisierenden Förstern für die Informationsveranstaltung ausgewählte 17 Hektar grosse private Waldstück zwischen Pfäffikon und Wermatswil ist typisch für die seinerzeitige Verwüstung durch den Orkan Lothar. Im Kanton Zürich waren 1800 Hektar Waldfläche betroffen, die geworfene Holzmenge von 800 000 Kubikmetern entspricht der doppelten Menge eines gesamten, normalen Jahres.

Der Rundgang mit einem der Förster führte an ganz verschiedenen Arten von Bewuchs vorbei: An einem zehnjährigen Fichten-Bestand, der nach dem Sturm in Reih und Glied angepflanzt wurde, an einem Ahornwäldchen, das demnächst ausgelichtet werden müsste, und an Lichtbaumarten wie Lärchen und Eichen, die in den Schneisen, die der Sturm hinterlassen hat, überhaupt erst gedeihen konnten.

Wertvolles Totholz

Förster Urs Horber machte auf einen «Buchenstorzen» mitten im Brombeergestrüpp aufmerksam. Das Holz dieses noch rund vier Meter hohen, ausgefransten Stammes sei wertvoll. Es biete Lebensraum für Pilze, Vögel und Insekten. Sauber «gepützelten» Wäldern ohne jegliches Totholz auf dem Boden würden zudem wichtige Nährstoffe fehlen, erläutert Horber. «Totholz stellt keine Gefahr für gesunde Bäume dar», betonte er. Man sei darum davon abgekommen, konsequent Totholz aus dem Wald zu entfernen. Besonderes Augenmerk würden Förster und Waldbesitzer heutzutage hingegen auf die natürliche Verjüngung des Waldes richten. Dennoch könne ein Eigentümer weitgehend selber entscheiden, wie er seinen Wald bewirtschafte.

Für Bewunderung bei den Besuchern sorgte die Demonstration eines sogenannten Vollernters. Die riesige Forstmaschine ist in der Lage, innert weniger Minuten ganze Bäume zu Fällen und gleich weiter zu verarbeiten. Bei der Vorführung packte der Riese eine 15 Zentimeter dicke Tanne, sägte sie kurz über dem Boden ab und portionierte den Stamm sauber entastet in der gewünschten Länge. Der sichtlich stolze Maschinenführer lobte denn die Fähigkeiten der Maschine in den höchsten Tönen.

Interesse am Wald wecken

Teil des Waldrundgangs war auch die Jagdgesellschaft Oberuster, die mit verschiedenen Exponaten um Interesse und Verständnis für ihr Wirken warb. An einer Energieplattform wurde Holz mit Erdöl und anderen Energieträgern verglichen. Für etwas Nervenkitzel sorgte der vom Förster und Bergführer Peter Manale eingerichtete Hochseilparcours. An Drahtseilen konnten die Besucher dort zwischen den Wipfeln schweben.

Der von einem achtköpfigen Organisationskomitee und rund achtzig Helfern bestrittene Anlass stiess unter den Besuchern auf lebhaftes Interesse. Im Aufgestellten Festzelt trafen sich nach dem Rundgang durch den Wald zahlreiche Personen. Videobilder erinnerten in erschreckenden Bildern an die Wucht des Sturms vom 26. Dezember 1999. Viele der Zuschauer fühlten sich zurückversetzt und tauschten sich in der Folge lebhaft mit ihren Sitznachbarn über die damaligen Erlebnisse aus.

Unter kundiger Führung durch Förster aus der Region begaben sich die Besucher auf den Rundgang durch den Wald.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch