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Sauber: Wechsel in heikler Phase

3 Rennen, 0 Punkte: Beim GP von China führt erstmals der neue Technik-Chef James Key das Sauber-Team.

Es ist ein lange geplanter Wechsel, aber der Fehlstart in die Saison lässt ihm eine besondere Bedeutung zukommen. Willy Rampf ist zwar noch dabei beim Grossen Preis von China an diesem Wochenende in Shanghai. Das Sagen hat aber ein anderer. Der 38-jährige Brite James Key rückt nach als Technischer Leiter des Formel-1-Rennstalls von Peter Sauber. Willy Rampf (56) tritt auf eigenen Wunsch ab, Ende April verlässt er die Firma. 14 Jahre lang hat er das Team mitgeprägt. Besitzer Peter Sauber spricht vom «Ende einer Ära».

Der Stabwechsel erfolgt in einer heiklen Phase. Nur ein Eintrag steht bisher für Pedro de la Rosa in den Ranglisten: In Australien wurde der Spanier Zwölfter. Die anderen beiden Rennen beendete der 39-Jährige nicht. Sein Kollege Kamui Kobayashi kommt sogar auf eine Ausfallquote von hundert Prozent. Null Punkte nach drei Rennen - das hat es in der Geschichte des Teams erst einmal gegeben: 1996, als Heinz-Harald Frentzen und Johnny Herbert die Rennwagen aus Hinwil bewegten. Aber damals gab es lediglich für die ersten sechs Punkte. Frentzen wurde in Australien Achter, Herbert in Argentinien Neunter. Nach heutiger Rechnung ergäbe das sechs Punkte, was nur eines deutlich macht: Das Team Sauber erlebt gerade den schlechtesten Saisoneinstand, seit es 1993 in die Formel 1 kam.

Der C29 ist eine Diva

Kein Wunder, dass Teamchef Peter Sauber sagt: «Wir haben mehr erwartet. Wegen der vielen Probleme konnten die Fahrer noch gar nicht zeigen, was sie können.» Dabei hatte bei den Wintertests noch vieles für ein sonniges Jahr gesprochen. «Damals sah es so aus, als seien sie uns meilenweit voraus», sagt der Pole Robert Kubica, der von Sauber zu Renault wechselte. «Ich weiss nicht, wieso sie so zu kämpfen haben. So lange ich dabei war, war die Entwicklung des Autos auf einem guten Niveau. Jeder hätte gedacht, dass sie unter die besten acht kommen können», sagt Kubica.

Zwischen den Testfahrten und dem Saisonbeginn Mitte März ging der Schwung verloren. «Ich denke, von Februar an haben die anderen Teams einfach neue Entwicklungen gebracht», sagt Routinier De la Rosa. Beim ersten Rennen in Bahrain kamen noch Abstimmungsprobleme hinzu. Der C29 ist eine Diva: Seine Aerodynamik funktioniert nur, wenn alles stimmt. Die vielen Unebenheiten auf einem neu gebauten Abschnitt in Bahrain passten ihm überhaupt nicht.

Zuletzt in Sepang wiederum passte etwas an der Motorensteuerung nicht. De la Rosas Triebwerk erlahmte bereits in der Aufwärmrunde, Kobayashis nach acht Runden. Zunächst wurde der Grund dafür im schwankenden Druck im Pneumatiksystem vermutet. Inzwischen hat die Fehleranalyse ergeben: Vermutlich waren Probleme an den Elektroniksensoren für den Schlamassel verantwortlich. «Wir haben kein grundsätzliches Motorenproblem», behaupten zumindest die Ferrari-Ingenieure in Maranello, wo Sauber die Aggregate einkauft. Viele verschiedene Baustellen gleichzeitig zu haben, ist für den Technik-Chef eines Formel-1-Teams eine genauso unangenehme Ausgangslage wie für einen Architekten. «Kurzfristig geht es darum, das Potenzial des C29 auszuschöpfen», beschreibt Peter Sauber die Aufgabenstellung für James Key. Langfristig soll der Mann, der massgeblich am Aufstieg des Teams Force India beteiligt war, die gesamte Technikabteilung umstrukturieren.

Mit 33 bereits Technik-Chef

Key kommt mit hervorragenden Zeugnissen. In der Formel 1 begann er vor zwölf Jahren bei Jordan. Zunächst arbeitete er als Daten-, dann als Renningenieur. In den unruhigen Jahren, als das Team mehrmals den Besitzer wechselte, stieg er im Alter von 33 zum Technik-Chef auf. So jung schaffen das wenige. Sein ehemaliges Team ist inzwi-schen dort angekommen, wo Sauber wieder hin will: im Mittelklasse-Establishment. In den ersten drei Rennen hat Force India 18 Punkte gesammelt. Massgeblich am Aufstieg von Force India beteiligt: James Key. Foto: EQ

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