Zum Hauptinhalt springen

Saubere Trottoirs und keine Modellflieger

Die Gemeindeversammlung in Glattfelden beschäftigte sich mit menschlichen Ausscheidungen und Hobbys, die für andere zum Ärgernis werden.

Glattfelden - Zäher, schleimiger Speichel mitten auf dem Trottoir - damit soll in Glattfelden bald schluss sein. Denn am 1. Juni tritt die neue Polizeiverordnung in Kraft, die diese Unsitte verbietet. Nach einer lebhaften Diskussion lehnte die Gemeindeversammlung am Dienstag einen Antrag grossmehrheitlich ab, den Passus aus der Verordnung zu streichen. Stimmen, die das Verbot als lächerlich, nicht durchsetzbar und der Denunziation förderlich bezeichneten, waren in der Minderheit. «Es ist das Problem unserer Zeit», überzeugte Gemeindepräsident Pier-Luigi Quattropani (parteilos) die Mehrheit. «Nur so können wir dieses Laster bekämpfen.»

Leicht geändert wurde jedoch die Formulierung: Anstatt «auf öffentlichem und öffentlich zugänglichem Grund» wird Spucken und Verrichten der Notdurft nun «auf öffentlichem und öffentlich einsehbarem Grund» verboten. «Sonst dürfte niemand mehr im Wald hinter einen Baum pinkeln», begründete Sicherheitsvorsteher Thomas Steiner (SP) die Änderung und löste damit Heiterkeit aus.

Modellfliegerei einschränken

Der Mensch produziert jedoch nicht nur unappetitliche Ausscheidungen, sondern pflegt auch gerne Hobbys, die andere stören können. Mit solchen beschäftigt sich ein weiterer Artikel der Polizeiverordnung: «Motorisch angetriebene Spielzeuge dürfen auf öffentlichem Grund nur verwendet werden, wenn sie zugelassen sind» und «wenn Drittpersonen nicht belästigt werden.»

Der Passus zielt auf auf die stillgelegte alte Landstrasse ab, die in letzter Zeit immer mehr zum Mekka für Liebhaber von Modellflugzeugen geworden ist. Die Spielzeuge mit bis zu zwei Meter Flügelspannweite fliegen zuweilen den Velofahrern und Fussgängern gefährlich nah um die Ohren. Erlaubt bleiben sie jedoch in der Kiesgrube.

Ob nun auch ferngesteuerte Spielzeugautos verboten würden, fragte ein aufmerksamer Stimmbürger, der gemäss Gemeinderat Steiner selber dem Modellfliegen frönt. Kleine Spielzeugautos würden weiterhin toleriert, beruhigte Steiner. «Der gesunde Menschenverstand muss spielen.»

Zu Diskussionen führte auch das Vorhaben des Gemeinderats, das Grundstück, auf dem das Gemeindehaus steht, von der Kernzone in die Zone für öffentliche Bauten umzuzonen. Dagegen wehrten sich vor allem Anwohner der Kernzone, die sich eine generelle Lockerung bei den Baubewilligungen wünschen: «Viele haben Probleme, wenn sie nur ein Dachfenster einbauen wollen.» Ein knappes Drittel der 94 Anwesenden stimmte gegen die Vorlage.

Ruhebank mit Ausblick

Nachdem alle ordentlichen Traktanden unter Dach und Fach waren, vertröstete Quattropani die interparteiliche Konferenz (IPK), die eine Anfrage betreffend Jugendkonzept eingereicht hatte, auf die Gemeindeversammlung vom 13. Juni. Dann werde das Jugendkonzept vorgestellt und gleichzeitig über einen Umbaukredit abgestimmt für die Schmitte, wo der neue Jugendtreff eingerichtet werden soll.

Zum Schluss wurde der zurücktretende Gemeinderat Alfred Dünki (SVP) herzlich verabschiedet. Dünki war seit 1998 Gemeinderat und hatte als Umweltvorsteher den höchsten Punkt der Gemeinde vermessen lassen. Genau dort, auf dem 545 Meter hohen Laubberg, wird ihm nun eine Sitzbank errichtet sowie eine Tafel, die an den engagierten Politiker erinnert.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch