SBB planen ein Millionenprojekt mitten im Zürcher Gleisfeld

Im Zürcher Vorbahnhof wollen die SBB eine neue Boxengasse für Bahnwagen errichten. Der Preis: 42 Millionen Franken.

Das neue Servicezentrum der SBB bei der Duttweilerbrücke soll 2021 in Betrieb genommen werden.

Das neue Servicezentrum der SBB bei der Duttweilerbrücke soll 2021 in Betrieb genommen werden. Bild: Visualisierung SBB

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Man muss es zweimal lesen: «Radsatzbearbeitungszentrum und Unterflurreinigung». Diesen sperrigen Namen verpassten die SBB einem Grossprojekt, das sie im Gleisfeld bei der Duttweilerbrücke in Zürich-Aussersihl planen.

Hinter dem Wortungetüm verbirgt sich «eine Art Boxengasse für den Unterhalt von Personenzügen», wie SBB-Sprecher Reto Schärli erklärt. Der Radsatz von Zugwaggons – Radscheiben, Radsatzwelle, Radsatzlager und Bremsscheiben – wird im Betrieb stark beansprucht, der Verschleissgrad ist dementsprechend hoch. Umso wichtiger sind eine regelmässige Kontrolle und Instandhaltung.

Bestehende Anlage wird abgebrochen

Ein solches Servicecenter soll jetzt im Vorbahnhof entstehen. Dazu wird die bestehende Wagenunterhaltsanlage abgebrochen und durch drei neue Hallen ersetzt. Ein entsprechendes Baugesuch haben die SBB im «Tagblatt der Stadt Zürich» veröffentlicht. Auch eine Umweltverträglichkeitsprüfung ist nötig.

42 Millionen investieren die SBB in das neue Räder-Service-Center, wie Schärli sagt. Nebst der Reinigungsanlage soll es auch eigens eine Unterflurdrehanlage für Radsätze geben, wie sie bisher erst in Basel in Betrieb ist. Mit dem Bau der Anlage soll im November 2019 begonnen werden, betriebsbereit soll sie Ende 2021 sein.

Keine Wohnbauten möglich

Weil das Areal mitten im Gleisfeld vor dem Hauptbahnhof liegt und unter Betrieb steht, wäre die Nutzung für Wohnungen oder Büros wie an der Europaallee oder der Neugasse nicht möglich, wie Schärli betont. Wegen der speziellen Lage kann das Bauvorhaben auch nicht mit Profilstangen ausgesteckt werden. Um die Auswirkungen des Neubaus im Gelände darzustellen, stellen die SBB stattdessen an mehreren Orten Informationsplakate auf. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 06.12.2018, 13:08 Uhr

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