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Schmähbriefschreiber verurteilt

Über Jahre hat ein Rentner die Amtsführung von Erlenbachs Behörden verunglimpft. Nun wurde er wegen übler Nachrede verurteilt.

Von Daniel Fritzsche Wie ein dreister Querulant wirkt der Mann auf der Anklagebank nicht. Eher wie ein Grossvater, der keiner Fliege etwas zuleide tun kann. Doch seit über 15 Jahren hält der rüstige Pensionierte das «offizielle» Erlenbach mit Schmähbriefen der härteren Sorte auf Trab. Seinen Ursprung hat die Hetzkampagne in einem Landumlegungs- und Erschliessungsvertrag aus dem Jahr 1994. Der Angeklagte fühlte sich damals von den Behörden ungerecht behandelt. Bald bezichtigte der Erlenbacher den Gemeindepräsidenten der «dreisten Irreführung, Lügen und Nötigungen». Nur in Erlenbach dürften Behördenmitglieder, Chefbeamte und ihre Vasallen hinter einer Fassade von Rechtschaffenheit, erstunkene und erlogene Behauptungen skrupellos verbreiten. Den Inhalt eines Behördenbeschlusses nannte der 71-Jährige «charakterlos erpressend» sowie «psychisch und physisch folternd».Wegen der Behörden habe er seine Existenz verloren, sagte er der Richterin. Mit den Briefen sei er bewusst an eine Grenze gegangen, um Aufmerksamkeit zu erregen. Im Gegensatz zur Anklage, die eine harte Strafe forderte, um diesem Rachefeldzug ein Ende zu setzen, forderte die Verteidigung einen Freispruch. Der Angeklagte sei im Grunde eine friedliebende Person, kein Störenfried, wie dies die Kläger behaupten würden. Nur hinsichtlich des baurechtlichen Verfahrens habe er über die Jahre eine gewisse Neurose entwickelt. Tatsächlich sei der Erlenbacher von den Behörden systematisch «zermürbt» worden. Das Bezirksgericht sprach den Uneinsichtigen der mehrfachen üblen Nachrede schuldig. Er wurde mit einer bedingten Geldstrafe in der Höhe von 10 800 Franken bestraft. Sofort bezahlen muss er eine Busse in der Höhe von 2000 Franken, eine Entschädigung an die Klägerseite sowie die Prozesskosten.

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