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schnittig

Installation Nur gut, dass die Waffeninitiative abgelehnt wurde! Sonst hätte der Kunstraum Winterthur wohl gleich dichtmachen können: Zu Dutzenden reihen sich in der aktuellen Doppelausstellung «Schnittstellen» die Maschinengewehre an der Wand. Oder richtiger: a u f der Wand. Die Künstlerin Katharina Henking (geb. 1957) hat schwarzes Papier zu einer Lochtapete der besonderen Art zurechtgeschnippelt und damit die Täferung des Kunstraums verziert. Frei nach dem Motto «Geranien im Blumenkistli, Knarre im Estrich» halten sich in dem neckischen Ornament Blüten und Sturmgewehrchen die Waage – und schon ist die biedere Wohnidylle mit politischer Brisanz infiltriert. Clever! Nesa Gschwend (geb. 1959) hat die Schere derweil anderweitig angesetzt und kokonartige Stoffgebilde geschneidert, die aussehen, als wären sie von überdimensionierten Insekten nach dem Schlüpfen zurückgelassen worden. Oder waren es am Ende ganz andere Flugwesen, die diesen Hüllen entstiegen sind? Beispielsweise die von der Decke herabhängenden Scherenschnittfratzen, die mal an Edvard Munchs berühmten «Schrei», mal an feixende Clowns erinnern? In den Siebzigern sind sich die beiden Schnittkünstlerinnen an der St. Galler Hochschule für Gestaltung erstmals begegnet. Nun, über 30 Jahre später, haben sie sich erneut zusammengetan. Herausgekommen ist ein tückischer, kleiner Rorschachtest mit fein dosiertem Gänsehautfaktor.(psz) Das ist einfacher Text, das kann man ihm gleich ansehen. Schauen wir uns doch mal um, überall einfacher Text. Bis 20.3. Fr 18–21 Uhr, So 15–18 UhrFr 11.3., 19 Uhr: Präsentation einer neuen Publikation aus der «Reihe ohne Namen» der Edition SchwarzHandPress mit Zeichnungen von Katharina Henking. Bild: Kunstraum Winterthur/zvg

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