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Schönenberg sucht verzweifelt einen neuen Gemeindepräsidenten

Gemeindepräsident Alfons Schuler hat seinen Rücktritt eingereicht. Die Suche nach einem Nachfolger gestaltet sich als schwierig. Die Ortsparteien SVP und FDP sind überaltert, und von den aktuellen Gemeinderäten drängt sich niemand auf.

Von Elio Stamm Schönenberg &endash Noch hat der Horgner Bezirksrat den Rücktritt von Gemeindepräsident Alfons Schuler nicht akzeptiert. Er wird dies aber höchstwahrscheinlich tun, sobald die Schönenberger Exekutive dazu Stellung genommen hat. «Gegen die gesundheitlichen Gründe, die Schuler anführt, lässt sich nichts ins Feld führen», sagt Bezirksratspräsident Armin Steinmann (SVP). Die Reaktionen auf den Abgang des parteilosen Landwirts Schuler fallen teilweise heftig aus. Schönenbergs SVP-Präsident und Friedensrichter Christian Schulthess findet Schulers Entscheid gut. Er hatte dem aktuellen Gemeindepräsidenten in der «Zürichsee-Zeitung» kürzlich bescheinigt, dass dieser «nichts könne und nichts sei». «Er hätte schon längst zurücktreten sollen», sagt Schulthess. Die Gemeindeverwaltung Schönenberg hat seiner einiger Zeit Probleme: Kürzlich haben zwei Gemeindeschreiber bereits während der Probezeit gekündigt. Dass mit Schulers Rücktritt der Weg frei ist für eine ruhigere und stabilere Zukunft in Gemeinderat und Verwaltung, glaubt Schulthess nicht. «Es wird wohl weitergewurstelt im Gemeinderat», vermutet der SVP-Präsident, dessen Partei mit Doris Tschannen und Kurt Locher selber zwei Exekutivmitglieder stellt.Dass auch nach dem Aufräumen des Archivs und der alten Baudossiers eine erfahrene Verwaltungsfrau wie Irene Helbling-Michel als Gemeindeschreiberin gekündigt hat, ist für Schulthess ein Alarmzeichen. Und Beweis dafür, dass mit den Strukturen etwas nicht stimmt. Schulthess kann sich sogar vorstellen, dass in der jetzigen Situation eine Zwangsverwaltung durch den Kanton das Beste wäre. Bald zwangsverwaltet? Von einer Zwangsverwaltung will Bezirksratspräsident Steinmann vorderhand aber nichts wissen. «Das wäre ein grosser Schritt, zu dem momentan kein Anlass besteht», sagt er. Dazu bräuchte es einen Kantonsratsentscheid. Zudem habe sich die Situation dadurch verbessert, dass man mit Ernst Bühler einen interimistischen Gemeindeschreiber gefunden habe. Gleichwohl hat der Gemeinderat laut Steinmann genügend Hausaufgaben zu erledigen. Das hat der Bezirksrat der Schönenberger Exekutive am Dienstag in einem ausführlichen Gespräch nochmals klargemacht. Steinmann spricht wie Schulthess von einem Strukturproblem. Der Organisationsaufbau von Behörden und Verwaltung und die Abläufe müssten geklärt werden. «Wenn alle wissen, was ihre Aufgaben, Verantwortung und Kompetenzen sind, gibt das Sicherheit.»Zu den dringlichen Aufgaben des Gemeinderats zählt nun, sich angesichts der zwei vakanten Sitze gut zu organisieren. Nach dem Tod von Bruno Kuhn ist auch das Schulpräsidium unbesetzt. Eventuell müsse sich der Rat neu konstituieren, sagt Steinmann. Hochbauvorstand Willi Schilling (FDP) könne schlecht auf Dauer die Geschäfte des Schul- und des Gemeindepräsidenten übernehmen. Dann gelte es, rasch zwei neue Gemeinderäte zu finden. Die Neuwahlen sind für Januar geplant. Temporäre Helfer Kandidaten zu finden, dürfte vor allem für das aufwendige Präsidium nicht einfach werden. Von den verbliebenen fünf Gemeinderäten drängt sich offenbar niemand dafür auf. Der pensionierte Schilling, der interimistisch die Geschäfte Schulers übernimmt, weil er mehr Zeit hat als seine Kollegen, sieht sich nur als temporären Helfer. «Ich bin bei den nächsten ordentlichen Wahlen 69 Jahre alt», sagt der Hochbauvorstand. Schilling hofft auf einen Neueinsteiger, der über 2014 hinaus das Präsidium weiterführt und so Kontinuität garantiert. Parteien mit Nachwuchssorgen Ein Neueinsteiger aus den Reihen der beiden Ortsparteien SVP und FDP scheint unwahrscheinlich. SVP-Präsident Schulthess glaubt nicht, überhaupt nur einen Kandidaten für Schul- oder Gemeindepräsidium zu finden. Die Ortssektion habe zwar 30 Mitglieder, «doch die meisten sind schon zu alt». Junge zu begeistern, sei schwierig; und einfach einen bekannten Bürger in die Partei zu holen und aufzustellen, der eigentlich nicht auf der Parteilinie politisiere und womöglich inkompetent sei, komme nicht infrage. FDP-Präsident Hanspeter Sihler war gestern nicht zu erreichen. FDP-Hochbauvorstand Schilling aber weiss aus seiner Partei von Ähnlichem zu berichten wie Schulthess. «Die Bürger sind heute gut informiert und kritisch, sich selber in einer Behörde oder Partei engagieren wollen aber nur die wenigsten.»

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