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Schoggiduft verstärkt die Liebe zum Dorf

Meilen hat sich am Samstag den neuen Einwohnern präsentiert. Eine Zugezogene berichtet - selbstverständlich ganz objektiv.

Meilen. - Die Vorstellung, dass eine ganze Strasse nach Schokolade riecht, ist herrlich. Es gibt eine ganze Stadt, die so riecht! Wer in Meilen lebt, dem zieht schon morgens der unwiderstehliche Duft von Guetsli und Schoggi in die Nase. Betört steigt man dann in die bereits überfüllte S 7 und sucht sich im Gedränge einen Platz, an dem man noch einigermassen selbstständig stehen kann.

Der Meilemer bleibt trotzdem gut gelaunt. Verantwortlich dafür sind die Endorphine, die, vom Duft animiert, im Hirn ausgeschüttet werden, während er auf dem Perron, nah der Süsswarenfabrik Midor, auf den Zug wartet. Dass die Menschen in Meilen glücklich sind, spricht sich offenbar herum. Denn Jahr für Jahr lassen sich zahlreiche hier nieder. Am vergangenen Samstag hiess die Gemeinde die Neuzuzüger willkommen. Es waren an die 100 neue Einwohner, die eine gemütliche Fährenfahrt genossen, auf der sie - immer mit Blick auf den malerisch gelegenen Ort - den Ausführungen verschiedener Fachpersonen lauschten und viel Wissenswertes über die Gemeinde Meilen erfuhren.

Zurück in der Seeanlage, wurden die Neuzuzüger von den Ortsvereinen empfangen. Während die Schar lokale Spezialitäten genoss, konnte sie sich über die Freizeitmöglichkeiten informieren. Es gibt fast nichts, was Meilen nicht bieten würde. Shiatsu, Klöppeln, Singen, Flamenco, Kultur- und Sportklubs. Bei über 100 Vereinen kann gar keine Langeweile aufkommen.

Die Meilemer und ihre Arbeit

Die Fotoausstellung des Fotografen Thomas Flück ermöglicht einen Einblick in das Leben in Meilen, den man sonst kaum hat: Über 400 Meilemerinnen und Meilemer wurden bei ihrer Arbeit porträtiert und gefragt, was sie mit ihrer Arbeit bewirken. Die Antworten auf diese nicht einfache Frage sind spannend zu lesen. Der Besucher kann sich stundenlang Verweilen, die Fotos anschauen oder die Vielfältigkeit der Berufe entdecken.

Tipp der Alteingesessenen

Bei so vielen Eindrücken kommt man schnell mit anderen ins Gespräch. Das ist eine Eigenheit der Meilemer, die einem als Neuzuzügerin schnell auffällt: Sie lieben Begegnungen. In der Stadt, die «viel lieber ein Dorf bleiben will», nimmt man sich noch Zeit für ein «Grüezi». Da verwundert es nicht, wenn der Neuzuzügeranlass kurzerhand zum offiziellen Begegnungstag ernannt wird. So findet sich an diesem Nachmittag eine bunte Mischung von alteingesessenen und neuen Meilemern, die sich angeregt unterhalten und sich einig sind: «Meile isch en Hit.»

Evi Sonderegger lebt seit 26 Jahren hier. Sie vertritt den Verein Pro-Bus Meilen. «Ich wäre aber auch sonst hier», sagt sie mit einem Augenzwinkern. Ihr Tipp für die neuen Einwohner: «Es macht Spass, sich aktiv am Dorfleben zu beteiligen.» Auch Daniela Künzi, vor kurzem vom Emmental nach Meilen gezogen, schwärmt: «Ich bin sehr glücklich in Meilen. Es bietet alle Vorteile des Landlebens, hat eine tolle Infrastruktur und ist erst noch stadtnah.»

Die Atmosphäre am Begegnungstag ist entspannt und fröhlich. Offenbar macht Meilen vieles richtig. Die Menschen fühlen sich wohl. Verantwortlich für so viel Zufriedenheit sind nicht nur die einmalige Lage und die ausgezeichnete Infrastruktur. Es sind die Meilemer selbst, die diesen Ort so lebens- und liebenswert machen. Es liegt also nicht allein am Glücklichmacher-Duft, der täglich durch ganz Meilen strömt. Aber vielleicht auch. * Patricia Cecilia ist freie TA-Mitarbeiterin. Sie wohnt seit letztem November in Meilen. Die Ausstellung «Werkstatt Meilen» ist bis zum 27. 9. auf der Seeanlage zu sehen.

Häppchen und eine Fotoausstellung für die Neo-Meilemer auf der Seeanlage.

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