So fahren Zürcherinnen und Zürcher mit ihren Kindern Velo

Velowissen kompakt: Wir stellen die gängigsten Transportmittel für Kinder vor.

Züri by Bike: Unterwegs mit Kindern auf dem Viadukt.

Züri by Bike: Unterwegs mit Kindern auf dem Viadukt. Bild: Urs Jaudas (1), Alamy (4)

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Zürich, das sagen duchaus auch Zürcherinnen und Zürcher, ist nie so schön, wie im Sommer. Weil es dann in der Stadt nicht so viele Zürcherinnen und Zürcher hat, dafür viel Platz. Das macht auch eine Velotour mit Kindern entspannter. Die besten Routen finden Sie hier. Wie aber nimmt man die Kinder am besten auf die Tour mit?

In der FamilienkutscheAnhänger

Was ist das?
In Zürich scheint es, als würden die Veloanhänger die Velositzli langsam aus dem Stadtbild verdrängen. Der Anhänger ist der Verkaufsschlager unter den Kindertransportmittel. Weil vernünftig im Preis, weil multifunktional, weil in diversen Ausführungen. Zum Beispiel als Einzel- oder Doppelsitzer. Praktisch ist vor allem, dass er – etwa in der Badi – vom Anhänger zum Kinderwagen wird. Fabian Baumann vom «Velojournal» sieht einen grossen Nachteil: Man hat die Kinder nicht im Blickfeld. Zudem sei das Manövrieren gewöhnungsbedürftig.

Wie sicher ist es?
Laut Bundesamt für Unfallverhütung ist ein Anhänger sicherer als zum Beispiel das Sitzli. Im Anhänger sind die Kinder rundum geschützt, dank Gurten sicher befestigt und sogar der Maxi Cosi kann darin angebracht werden. Aber Vorsicht: Kinder unter sechs Monaten sind zu klein und zu fragil um die Schläge, die es selbst bei vorsichtiger Fahrweise gibt, auszuhalten.

Welche Regeln muss man beachten?
Mit zwei Kindern und Einkäufen im Wagen, schieben von hinten zahlreiche zusätzliche Kilos. Deshalb muss auch das Zuggefährt in einwandfreiem Zustand sein: stabiler Rahmen, starke Bremsen, gut gepumpte Pneus.

Für wen ist das Gefährt?
Für Zürcher. Denn wir sind es uns gewohnt, voranzugehen – also zu fahren.

Was kostet es?
Neu bis 1000 Franken. Vielleicht macht es aber ein E-Bike notwendig, das deutlich teurer ist.

Wie passt es zu Zürich?
Das Fähnchen, nun, es ist schon nicht so cool. Ohne riskiert man jedoch, übersehen zu werden. Aber sonst ist es total Züri. (bra)

In der Schubkarre für den StadtverkehrCargo-Velo

Was ist das?
Die Lastenvelos, sagt Fabian Baumann vom «Velojournal», sind im Kommen. Und immer mehr werden darin auch Kinder in die Krippe, in den Kindergarten oder in die Badi gefahren – oft mit Unterstützung eines Elektromotors. Das Problem: Die Dinger brauchen Platz, «und Platz ist in der Stadt Zürich rar», sagt Baumann. Fast jeder Unterstand ist zu klein, fast jeder Velokeller zu eng, um ein Lastenrad darin zu parkieren. Es gibt Modelle mit zwei und solche mit drei Rädern – alle sind sie wegen des langen Radstands zum Fahren gewöhnungsbedürftig.

Wie sicher ist es?
Etwa gleich sicher wie der Anhänger, meint Fabian Baumann. Rundum gut geschützt und vor allem immer im Blickfeld der Fahrerin.

Welche Regeln muss man beachten? Kinder einfach so in die Kiste packen? Geht nicht. Es braucht ein Gurtensystem, damit die Kleinen sicher mitfahren. Kinder unter sechs Monaten dürfen nicht mitfahren.

Für wen ist das Gefährt?
Für Leute, die gerne den Überblick haben. Und die sich gerne den Luxus gönnen, viel Platz zu haben.

Was kostet es?
Ab zirka 2000 Franken, mit Elektromotor deutlich mehr. Exklusive Modelle kosten auch mal 10'000 Franken.

Wie passt es zu Zürich?
Vielleicht das coolste Teil in Sachen Kindertransport. Es gibt jedoch das Gerücht, Lastenräder seien in der Schweiz nirgends so zahlreich wie in Basel ... (bra)

Im Hochsitzli für kleine JägerleinVelositz

Was ist das?
Vor- oder hinter dem Fahrer? Dies ist die erste Frage, die Sie beantworten müssen, wenn Sie sich mit Kindervelositzen beschäftigen. Klar ist: Die Sitzchen sind platzsparend, das Velo bleibt wendig und eignen sich für kurze Strecken durch den Stadtverkehr.

Wie sicher ist es?
Ein Sitz am Lenker ist dann gefährlich, wenn die Rückenlehne (die über den Kopf des Kindes ragen sollte) die Sicht einschränkt. Derweil sieht man bei den Kleinen, die hinten sitzen, nicht so genau, was sie gerade am tun sind. Besonders wichtig ist es, zu checken, dass das Kind sich nicht selbst aus dem Gurt lösen kann. Ausserdem gerät man mit Sitzlis leichter ins Schlingern und kann bei einem Sturz auf das Kind fallen.

Welche Regeln muss man beachten?
Kinder unter sieben Jahren dürfen mitgeführt werden, sofern sie leichter als 15 kg (Sitz am Lenker) oder als 22 kg (Sitz am Sattelrohr oder auf dem Gepäckträger) sind. Dabei gilt, dass der Sitz die Velofahrer nicht behindern darf und die Beine der Kids geschützt sind.

Für wen ist dieses Gefährt?
Das Velositzli passt dann zu Ihnen, wenn Sie ihren Kinder zuvor auch schon im Wickeltuch mitgetragen haben.

Was kostet es?
Zwischen 62 und 180 Franken.

Wie passt es zu Zürich?
Ob romantischer, aus Weiden geflochtener Korbsitz mit Sitzpolster oder ein wetterfestes High-Tech-Exemplar mit leichter Plastikschale: Für jedes Bedürfnis, jeden Erziehungsstil und jedes Portemonnaie lässt sich da ein passendes Exemplar finden – so reichhaltig wie Zürich selbst. (saf)

An der starren HundeleineFollow-me

Was ist das?
Selbst fahren oder gezogen werden – so das Motto dieser sogenannten Nachlaufteile. Mittels einer Kupplung werden das Kinder- und das Erwachsenenfahrrad verbunden und verwandeln sich so in eine Art Tandem. Eine Spezialform davon ist das Trailerbike: Ein Halbrad, das an dem Sattel oder dem Gepäckträger befestigt wird.

Wie sicher ist es?
Diese Art von Kindertransport ist relativ sicher, sofern die Kids aktiv mitmachen. Es wird dann gefährlich, wenn die Kleinen verträumt hin und her pendeln, da ein solch taumelndes Gespann insbesondere für Autofahrer unberechenbar ist. Auch besteht die Gefahr, dass das Kind einschläft und das Tandem so zum stürzten bringen.

Welche Regeln muss man beachten?
Follow-mes dürfen von Kindern genutzt werden, die sitzend in die Pedale treten können. Ein gutes Zugsystem weist ein Prüfsiegel auf, das für eine sichere Kupplung bürgt, die sich nicht selbstständig zu lösen vermag. Auch empfiehlt sich das Anbringen von Lichtreflektoren und Warnfähnchen.

Für wen ist dieses Gefährt?
Es ist dann die richtige Wahl, wenn Ihr Kind schon selbst Velofahren kann, aber noch nicht alleine auf die Strasse darf. So können die Kleinen die Bewegungsabläufe verinnerlichen und gewöhnen sich nach und nach an den Strassenverkehr. Auch ist die Rückverwandlung der Familienkutsche schnell gemacht, so dass die Kids unterwegs auch einmal alleine eine Runde drehen können.

Was kostet es?
Die Kupplung gibt es ab 240 Franken.

Wie passt es zu Zürich?
Der derzeitige E-Trottinett-Boom zeigt, dass wir alle gerne ab und zu mitgezogen werden. (saf)

Erstellt: 19.07.2019, 14:22 Uhr

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