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Seit 1990 bezahlen alle weniger SteuernEin Nachtessen frisst die Steuersenkung weg

Sinkt der Steuerfuss um 2 Prozent, sparen Verheiratete mit 100 000 Franken steuerbarem Einkommen ganze 102 Franken. Das reicht knapp für ein Essen zu zweit in einem Restaurant – aber ohne Wein. 2011 verändert sich kaum ein Steuerfuss im Bezirk Meilen. In den letzten 20 Jahren sind sie teils massiv gesunken.

Uetikon ist Spitzenreiter Von Patrick Gut Meilen – Die letzten Jahre im ganzen Bezirk Meilen sind geprägt von relativ stabilen Steuerfüssen. Es gibt aber vier Ausnahmen: Die Gemeinde Erlenbach erhöhte den Steuerfuss von 2007 auf 2008 um 7 auf 82 Prozent. Zollikon hob den Steuerfuss auf 2007 ebenfalls um 7 Prozent an (auf 79 Prozent). Nochmals zwei Jahre früher stieg der Steuerfuss in Herrliberg um ganze 10 Prozent auf 80 Prozent. Als einzige Gemeinde im Bezirk hat Stäfa von 2006 auf 2007 den Steuerfuss massiv gesenkt. Und zwar von 90 auf 82 Prozentpunkte. Zwei Wellen Betrachtet man die Steuerfüsse von 1990 bis heute, lassen sich ein paar interessante Phänomene im Bezirk feststellen. Um den Jahrtausendwechsel senkten sämtliche Gemeinden ihre Steuerfüsse massiv. Am stärksten Erlenbach von 95 (1999) auf 75 Prozent (2002). Dieser Entwicklung waren in den meisten Gemeinden Steuerfusserhöhungen Anfang der 90er-Jahre vorausgegangen. Über den ganzen Beobachtungszeitraum seit 1990 gesehen, fällt auf: Praktisch alle Gemeinden im Bezirk Meilen senkten ihren Steuerfuss von 1990 bis 2011 erheblich. Mit 17 Prozent liegt Uetikon an der Spitze. Meilen startete mit 82 Prozent und ist nach einem Zwischenhoch mit 95 Prozent (von 1993 bis 1999) schon 2003 wieder bei 82 Prozent angekommen. Einzig Oetwil liegt 2011 mit einem Steuerfuss von 122 Prozent um 2 Prozent höher als 1990. Zwischendurch war der Steuerfuss in dieser Gemeinde allerdings bis auf 132 Prozent angestiegen. Von Patrick Gut Meilen – Mit Hombrechtikon hat am Dienstag die letzte Gemeinde im Bezirk Meilen ihre Budgetversammlung hinter sich gebracht. Ein Blick auf sämtliche Gemeindeversammlungen im Bezirk Meilen zeigt: Die Steuerfüsse bleiben weitgehend stabil. Einzig Herrliberg und Uetikon haben ihren Steuerfuss um jeweils 2 Prozent gesenkt. Mit einem Steuerfuss von neu 78 Prozent stösst Herrliberg bezirksintern aufs Podest der steuergünstigsten Gemeinden vor und verdrängt Zollikon (79 Prozent) auf den vierten Platz. Uetikon bleibt mit 91 Prozent auf dem neunten Rang. Im kantonalen Vergleich gehört Uetikon damit aber immerhin noch zu den 25 steuergünstigsten Gemeinden. Für die meisten Steuerzahler in Herrliberg und Uetikon wirkt sich die Steuerfuss-Senkung nur marginal aus. Verheiratete mit einem steuerbaren Einkommen von 100 000 Franken sparen lediglich 102 Franken. Das reicht knapp für ein Nachtessen zu zweit im Restaurant – allerdings ohne Wein. Für Steuerzahler, die es auf ein steuerbares Einkommen von 500 000 Franken bringen – und das ist auch an der Goldküste nicht die Mehrheit –, fällt die Rechnung um 1030 Franken günstiger aus. Das mag für eine kleine Grillparty ausreichen, bei diesem hohen Einkommen sind aber auch die gut 1000 Franken vernachlässigbar. Riesige Unterschiede Anders als für die Privatpersonen fallen die Steuerfuss-Senkungen für die Gemeinden sehr wohl ins Gewicht. In Herrliberg machen die 2 Prozent rund 1,1 Millionen Franken aus. In Uetikon sind es etwa 500 000 Franken. Beides Beträge, mit denen sich durchaus etwas anfangen liesse. Während sich die aktuellen Steuerfuss-Senkungen für den einzelnen Steuerzahler kaum auswirken, sind die Unterschiede von der günstigsten zur teuersten Gemeinde beträchtlich. So müssen Verheiratete mit einem steuerbaren Einkommen von 100 000 Franken in Oetwil (Steuerfuss 122 Prozent) 6258 Franken Gemeindesteuer abliefern. Ein Ehepaar mit demselben Einkommen bezahlt in Zumikon (76 Prozent) lediglich 3898 Franken. Ersparnis: 2360 Franken. Dieselbe Rechnung mit einem steuerbaren Einkommen von 500 000 Franken: Oetwil 62 799 Franken Gemeindesteuer, Zumikon 39 121 Franken. Das Zumiker Ehepaar berappt 23 678 Franken weniger als jenes, das in Oetwil lebt. Wohnkosten und Steuerfuss Wer wenig Steuern zahlt, muss je nachdem in anderen Bereichen aber mehr ausgeben: Die Unterschiede bei den Steuerrechnungen schlagen sich bei den Preisen für Mietwohnungen und Wohneigentum nieder. So kostet eine 5-Zimmer-Mietwohnung in Oetwil durchschnittlich 2800 Franken pro Monat. In Zumikon sind es 3800 Franken. Ein 5-Zimmer-Reihenhaus gibts in Oetwil schon für 1,03 Millionen Franken. In Zumikon kostet ein gleiches Objekt 2,03 Millionen Franken. (Quelle zu den Wohnkosten: Regionenrating des TA von Ende Oktober.)

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