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Seit Samstag liegt Effretikon am Mittelmeer

Fast ein Jahr lang mussten die Effretiker auf ihren neuen Märtplatz warten. Am Samstag wurde er eingeweiht und überzeugte mit mediterranem Charme.

Illnau-Effretikon. - Man hörte den neuen Märtplatz, noch bevor man ihn sah. Salsarhythmen und fröhliches Stimmengewirr hallten am Samstag durch die Effretiker Strassen und begrüssten die zahlreichen Besucher. Auch die Sonne liess sich zu einer Hommage an den ausklingenden Sommer hinreissen und verwandelte die Einweihungsfeier in ein Fest mit südländischem Charme.

Interessierte Effretiker

Der neue Märtplatz zeigte sich von seiner schönsten Seite - sogar die Abflussschächte waren mit Blumen dekoriert. Stadtingenieur Dieter Fuchs hatte den Anlass organisiert und freute sich über das grosse Interesse der Bevölkerung. An der Feier selbst kümmerte er sich um den Ballonwettbewerb.

Auch sonst wurde den Effretikern viel geboten. Neben dem obligaten Bratwurststand zog vor allem ein kulinarisches Angebot die Aufmerksamkeit auf sich: An der Cocktailbar der Jugendarbeit Effretikon mixten Morena und Jamira kostenlos alkoholfreie Drinks. «Vor kurzem wurde im Jugi ein Barkeeperkurs angeboten», erzählte die 14-jährige Morena, «jetzt können wir zeigen, was wir gelernt haben.» Mit ihren zuckersüssen «Cujas» und «Tonic Berrys» begeisterten die Mädchen vor allem die jungen Effretiker - eine Gruppe junger Burschen wich ihnen den ganzen Nachmittag nicht von der Seite. «Obwohl wir seit vier Stunden am Mixen sind, macht es immer noch Spass», freuten sich die frischgebackenen Bardamen und schüttelten ihre Cocktailshaker wie abgebrühte Profis.

Mit italienischem Ambiente

Dem neunjährigen Gian schmeckten die Drinks vorzüglich - auch wenn sie seiner Meinung nach ruhig einen Schuss Schnaps vertragen hätten. «In den Ferien in Italien habe ich eine ganze Flasche Alkohol getrunken», erzählte er seinen Freundinnen mit geschwellter Brust. Auf dem Märtplatz gab er sich allerdings mit der Hüpfburg und dem Büchsenschiessen zufrieden - schliesslich bescherte ihm letzteres einen Schlüsselanhänger und einen Lollipop. Für den neuen Spielplatz hatte er nur lobende Worte übrig: «Hier werde ich so oft wie möglich spielen.»

Auch Grissel Meili und ihrem Sohn Robin gefiel die vielseitige Anlage. «Jetzt lässt sich der Spielplatzbesuch direkt mit dem Einkaufen verbinden, das ist natürlich praktisch.» Einzig die Kiesunterlage sei vielleicht etwas problematisch - man wisse ja, wie gerne Kinder Steine zu Wurfmaterial umfunktionieren. Stadtpräsident Martin Graf (Grüne) ist sich dieses Nachteils bewusst, nimmt die Sache aber locker: «Auf solche Vorkommnisse müssen wir dann reagieren, wenn sie eintreten.» Er hoffe allerdings, dass alle Effretiker zum Märtplatz Sorge tragen, damit er noch lange in seinem neuen Glanz erstrahlen wird. Der Platz habe so viel Ambiance gewonnen, dass man von einer regelrechten Piazza sprechen könne. «Mir scheint das Motto‹Siena›, das über der gesamten Planung schwebte, sehr gelungen umgesetzt - auch wenn ich Siena selbst noch nie besucht habe.»

Tatsächlich erinnert der leicht ansteigende Platz an die «Piazza del Campo», das pulsierende Herz der toscanischen Stadt, auf dem alljährlich ein grosses Pferderennen stattfindet. Diese Tradition wird in Effretikon zwar nicht übernommen - die südländische Lebensfreude dürfte aber über die Feier hinaus erhalten bleiben.

Für den neuen Märtplatz wurden die früheren roten Pflastersteine mit Gneis aus der Partnergemeinde im Calancatal ergänzt.

Gian liess es sich schmecken.

Jamira und Morena.

Stadtingenieur Dieter Fuchs.

Robin und Grissel Meili.

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