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Selbst gebautes Wasserrad kommt in Schwung

Bachwasser in Naturstrom umwandeln – das wollen die beiden Tüftler Christian Bärtschi und Ueli Kleiner demnächst mit einem selber gebauten Wasserrad. Am Samstag wurde es im Wädenswiler Berg installiert.

Von Arthur Schäppi Wädenswil – Elektromonteur Christian Bärtschi schwenkt im Burstel im Wädenswiler Berg über einem sechs Meter tiefen Schacht im Freien eine Spritzkanne. Der Wasserstrahl aus der Kanne ergiesst sich in den Schacht. Und tatsächlich: Unten in der Tiefe blinken jetzt Metallschaufeln auf; das 3,85 Meter hohe, 30 Zentimeter breite und eine halbe Tonne schwere Wasserrad aus Chromstahl beginnt sich unter dem Wasserstrahl zu drehen. Nicht nur für Christian Bärtschi, auch für Landmaschinenmechaniker Ueli Kleiner, der mit seiner Familie in der ehemaligen Sennerei Burstel wohnt und dort auch seine Werkstatt betreibt, ist das ein erhebender Moment: Der Testlauf ist gelungen. Seit über einem Jahr schon haben die beiden unzählige Stunden Freizeit in ihr ungewöhnliches Energieprojekt investiert. Sie wollen die historische Wasserkraftnutzung der ehemaligen Sennerei Burstel auf zeitgemässe Art neu aufleben lassen. Wo einst die natürliche Kraft des Bachgadenbaches über ein längst verschwundenes Holzwasserrad das Käse-Rührwerk in Bewegung setzte, werden die beiden Handwerker aus dem Bachwasser in gut einem Monat grünen Strom produzieren: mit ihrem oberschlächtigen Chromstahlrad der Marke Eigenbau und dank der Nutzung des alten, noch immer intakten Kanalsystems der früheren Sennerei. «Wir machen das Ganze, um saubere Energie zu gewinnen, und nicht fürs Geld», sagt Kleiner. Es läuft buchstäblich rund Elektromonteur und Biobauer Christian Bärtschi meinte nach dem erfolgreichen Testlauf vom letzten Samstag: «Jetzt haben wir schon mal die Bestätigung, dass unser selber konstruiertes Wasserrad exakt passt und einwandfrei funktioniert.» Bevor die Stromproduktion aus dem Wasser des Wädenswiler Bachgadenbaches beginnen kann, muss Christian Bärtschi allerdings noch den als Spezialanfertigung zugekauften Generator einbauen und letzte technische Vorbereitungen treffen. Der leidenschaftliche Tüftler hatte das ganze Projekt entwickelt und sich auch erfolgreich um diverse Bewilligungen des Kantons und um die Einspeisvergütung des Bundes bemüht. 45 Schaufeln und Sprossen Zusammen mit Helfern haben Kleiner und Bärtschi das mächtige Metallrad vor dem Probelauf am Samstagnachmittag mittels Drahtseil und Umlenkrolle sorgfältig in die noch immer vorhandene Radstube der einstigen Sennerei hinab- gelassen. Und es dann für die Montage über dem Wasserkanal zentimetergenau in Position gebracht. Selber angefertigt haben Ueli Kleiner und Christian Bärtschi das stattliche Wasserrad vor allem, «um Kosten zu sparen – aber auch aus Plausch», wie Kleiner sagt. Tatkräftig mitgeholfen hat auch Ueli Kleiners 18-jähriger Sohn Simon, der eine Lehre als Fahrzeugschlosser absolviert. In seinem Lehrbetrieb, der Carrosserie Rusterholz AG in Richterswil, hat Kleiner junior die 45 Schaufeln und insgesamt 8 Reifenelemente für das Metallrad mit dem computergesteuerten Laser ausgeschnitten. In der Landmaschinenwerkstatt im Burstel haben Vater und Sohn Kleiner sowie Christian Bärtschi die Einzelteile dann zusammengeschweisst und auch die Radsprossen aus Eichenholz montiert. Ökostrom für einen Haushalt Am 11. Dezember soll das Kleinkraftwerk beim Bachgadenbach mit einem kleinen Fest eingeweiht und in Betrieb genommen werden. Nach den Berechnungen von Christian Bärtschi wird es jährlich 2000 bis 3000 Kilowattstunden Ökostrom produzieren, was ungefähr dem Jahresverbrauch eines Haushaltes entspricht. Das Rad läuft. Schon in einem Monat will Christian Bärtschi damit Strom produzieren. Foto: Daniel Kellenberger

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