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Senioren finden es schwierig, in Stäfa Kontakte zu knüpfen

Die Resultate einer Umfrage unter Stäfner Senioren sind ausgewertet. Im Januar soll das definitiv überarbeitete Altersleitbild vorliegen.

Stäfa - Zurzeit ist in Stäfa die Überarbeitung des Altersleitbildes im Gang. Im Sommer 2008 beschloss dies die Fürsorgebehörde - Anfang dieses Jahres bildete sich eine Projektgruppe dazu, unter der Leitung von Urs Dettling, des Vizepräsidenten der Fürsorgebehörde. In dieser arbeiten der Verein für Altersfragen, Alters- und Pflegeheime, die Spitex, Pro Senectute, die reformierte und die katholische Kirchgemeinde, der Gemeinderat sowie die Fürsorgebehörde mit. Für die fachliche Beratung ist die Pro Senectute Kanton Zürich zuständig.

Innerhalb der Projektgruppe gibt es drei Arbeitsgruppen, von denen sich eine damit beschäftigte, die Bevölkerung in die Überarbeitung miteinzubeziehen. Die Resultate der schriftlichen Umfrage und der Tischgespräche, die im Sommer abgehalten wurden (TA vom 4. 7.), sind nun verfügbar und liegen in der Gemeindeverwaltung und im Alterszentrum Lanzeln öffentlich auf. Die älteren Stäfnerinnen und Stäfner freuen sich über ihre Selbstständigkeit und Selbstbestimmung im Alter. Allerdings kommen sich viele nicht mehr nützlich, willkommen und gebraucht vor. Sie wünschen sich mehr Wertschätzung.

Eigenes Sterbehospiz für Stäfa

Generell haben die Senioren das Gefühl, dass das Angebot an Sterbebegleitung durch Professionelle und Freiwillige im Dorf gut ist. Der Tod solle aber noch mehr enttabuisiert werden. Bei den Tischgesprächen wurde vorgeschlagen, dass Stäfa ein eigenes Sterbehospiz einrichten könnte.

Zum Thema Prävention und Gesundheit kam vor allem die Angst vor dem Krankwerden und vor dem Verlust der Selbstständigkeit zum Ausdruck. Negativ erwähnt wurde die überlastete Spitex. In Sachen sozialer Einbindung brachten die Senioren ihre Freude über das Pflegen von familiären und freundschaftlichen Beziehungen zum Ausdruck. Hingegen hatte etwa die Hälfte Angst vor dem Alleinsein. In Stäfa sei es nicht einfach, Kontakte zu knüpfen. Die Senioren wünschen sich ein Altersnetzwerk, im Dorf gebe es nichts, und das Kirchbühl sei zu laut für Alte. Zwar gebe es ein grosses Angebot im Bereich Aktivitäten, Kultur, Vereine, Geselligkeit. Doch Bildungsangebote oder Angebote für jüngere Senioren fehlten fast vollständig. An Wochenenden sei gar nichts los. Die Alten wünschen sich auch Orte oder Veranstaltungen, an denen sie mit Jungen zusammentreffen können.

Sicherheit war ein weiteres Thema der Umfrage und der Tischgespräche. 90 Prozent sprachen die Angst vor finanziellen Problemen und Verarmung an. Aber auch Vandalismus, öffentliche Gewalt und Kriminalität bereiten den Alten Sorgen. In der Nacht und an bestimmten Orten in Stäfa fürchten sie sich. Die Senioren sind deshalb für mehr Kontrollen, für Videoüberwachung und härtere Strafen. Zum Thema Wohnen kam wie zu erwarten das Thema Alterswohnungen auf den Tisch. Die Hälfte fand, es gebe zu wenige und sie seien zu teuer. Die meisten wollen so lange wie möglich zu Hause wohnen bleiben. Den richtigen Zeitpunkt für den Eintritt in ein Heim zu finden, bereitet allen Schwierigkeiten.

Öffentlicher Verkehr kritisiert

Um möglichst lange zu Hause und in der Gemeinde wohnen zu bleiben, braucht es einen funktionierenden öffentlichen Verkehr. Dieser wurde stark bemängelt. Dichtere Frequenzen, behindertengerechte Verkehrsmittel und verbilligte Billette wünschen sich die Senioren. Der öffentliche Verkehr könnte mit privaten Dienstleistungen wie Taxi oder Rufbus ergänzt werden. Auch mehr Einkaufsmöglichkeiten in den Quartieren brauche es - ausserdem rollstuhlgängige Bahnhöfe und hindernisfreie Praxen von Ärzten. Abschliessend befanden die Stäfner, dass eine Altersfachstelle nützlich wäre, die jederzeit anfragbar sei.

Die Fachberatung Pro Senectute Kanton Zürich hat mit den Resultaten aus Umfrage und Tischgesprächen einen Entwurf zum Altersleitbild erarbeitet. Voraussichtlich soll die definitive Version im Januar vorliegen. Petra Schanz

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