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Sihlwaldbrücke wird von Rostbefall kuriert

An der 125-jährigen Eisenbrücke über die Sihl bei Sihlwald sind dringende Reparaturarbeiten im Gang. Bei der Inspektion der Konstruktion hatte der Experte rot gesehen – rostrot.

Dieter Flückiger (l.) und Lokman Aqif sind mit der Instandstellung der Sihlwald-Brücke beschäftigt.
Dieter Flückiger (l.) und Lokman Aqif sind mit der Instandstellung der Sihlwald-Brücke beschäftigt.
SABINE ROCK

Arbeiter Lokman Aqif ist seit einigen Tagen in Sihlwald an einem ungewöhnlichen Ort mit Instandstellungsarbeiten beschäftigt: Ein paar Meter unter seinen Füssen rauscht das Wasser der Sihl, und kaum einen Meter über seinem Kopf queren Wanderer, Spaziergänger und Autos den Fluss. Aqifs momentaner Arbeitsplatz ist eine kleine Gerüstbühne, die nahe vom rechten Sihlufer wie ein Schwalbennest an der Unterseite der 45 Meter langen alten Fachwerkbrücke in Sihlwald klebt.

Erhebliche Rostschäden entdeckt

Dort und am gegenüberliegenden Brückenende hatte ein Bauexperte bei der letzten Inspektion des Brückenkörpers im Frühling 2008 eine unliebsame Überraschung erlebt: Er stiess auf erhebliche Rostschäden, die nun dringend geflickt werden müssen. Dank der 1883 im Fachwerkstil erbauten Eisenbrücke, die zwischen Sihlwaldschule und ehemaligem Restaurant Forsthaus die Sihl überspannt, verfügt Horgen über eine gemeindeinterne Autoverbindung ins Sihltal. Die Teilinstandstellung der Brücke kostet den Bezirkshauptort nun um die 100 000 Franken.

Mit einem Sandstrahlgerät ist Arbeiter Lokman Aqif in diesen Tagen daran, den Querträger und andere Teile des rechtsufrigen Brückenendes vom Rost zu befreien – bis das blanke Metall wieder zum Vorschein kommt. Am linken Flussufer sind analoge Arbeiten bereits abgeschlossen und haben andere Handwerker die Eisenelemente mittlerweile auch mit einem korrosionshemmenden Anstrich versehen.

Wasser durch Risse gesickert

Durch den Rostfrass wurden die Auflagekonstruktionen an beiden Sihlufern indes bereits etwas geschwächt, weiss der Gesamtleiter der Sanierung, Ingenieur Dieter Flückiger vom Büro Flückiger + Bosshard AG. Deshalb sollen sie in den nächsten Tagen an den schadhaften Stellen mit neuen Stahlrippen verstärkt werden.

Flückiger kennt auch die genaue Ursache der Schäden: «Durch Risse in der Fahrbahn an den beiden Brückenenden ist Wasser in die Widerlager eingesickert, was den normalen Korrosionsprozess dort ungemein beschleunigt hat.» Bis zum Ende der Sanierungsarbeiten, ungefähr Mitte November, wird daher auch der Strassenbelag über den Widerlagern erneuert. Der historische Sihlübergang bleibt dann für ein paar Tage komplett gesperrt. Zumindest Fussgängern und Velofahrern steht während dieser Zeit aber eine nahe Alternative zur Verfügung. Sie können ein paar Hundert Meter flussabwärts die Sihl auf der kleinen Holzbrücke beim Naturzentrum Sihlwald traversieren.

2003 hatte die Gemeinde die in die Jahre gekommene Sihlbrücke bereits punktuell verstärkt, die Gewichtslimite auf 8 Tonnen und die Fahrbahn auf eine Spur reduziert. Nach der jetzigen Instandstellung soll die 125-jährige eiserne Veteranin Fussgängern und Autofahrern, die in Sihlwald das Flussufer wechseln wollen, «möglichst noch 10 weitere Jahre dienen», sagt Horgens Tiefbauvorstand Emil Roffler (SVP). Dann aber dürfte ein vom Gemeinderat im Zusammenhang mit der aktuellen Teilsanierung diskutierter, aus Kostengründen indes letztlich zurückgestellter Brückenneubau unumgänglich werden, ist Roffler überzeugt. Für eine neue Brücke sei nach ersten Schätzungen mit Aufwendungen «von mindestens einer Million Franken oder mehr» zu rechnen.

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