Zum Hauptinhalt springen

Automatische Passkontrolle in Kloten – so funktionierts

Eine neues System mit Gesichtserkennung soll uns am Flughafen den kritischen Blick des Grenzwächters ersparen. Im Video zeigt Redaktion Tamedia, wie das geht.

Kamera statt Grenzwächter: Die neue Passkontrolle soll längere Wartezeiten verhindern.

An Spitzentagen passieren bis zu 100 000 Passagiere den Flughafen Zürich. Dieser stösst an seine Kapazitätsgrenze, auch in der Passkontrollhalle. Die Folge sind längere Wartezeiten und lange Schlangen vor der Passkontrolle. Deshalb setzt die Kantonspolizei Zürich ab sofort bei der Einreise acht automatisierte Passkontrollschleusen ein. Sie sind speziell signalisiert und befinden sich neben den bestehenden herkömmlichen Glaskabinen im Airside Center. Mit dem Pilotbetrieb soll ausgelotet werden, ob sich diese Methode bewährt. Die Benützer müssen erwachsene Bürger der Schweiz oder eines EU-beziehungsweise EWR-Staates sein und einen gültigen biometrischen E-Pass besitzen. Die automatische Passkontrolle ist freiwillig, allen Passagieren stehen weiterhin die herkömmlichen Kontrollschalter zur Verfügung.

«Schneller und effizienter»

An der gestrigen Präsentation der neuen Anlage war Sicherheitsdirektor Mario Fehr (SP) der erste «Passagier», welcher die Schleuse passierte. Er lobte das neue System: «Es ist schneller, effizienter und kundenfreundlich. Wir können mehr Passagiere in der gleichen Zeit die Grenze überqueren lassen, und sie bleibt trotzdem sicher», sagte er. Die Anlage sei ein Gewinn für den Flughafen und die Kantonspolizei Zürich.

In einem ersten Schritt muss der Passagier den biometrischen Pass auf den Passleser halten und warten, bis das Reisedokument auf seine Gültigkeit überprüft worden ist. Ist der Pass in Ordnung, öffnet sich die Schleusentür, und in der Schleuse erfolgt in einem zweiten Schritt die biometriegestützte Vergleichsprüfung: Das live aufgenommene Porträtbild wird mit dem Passbild verglichen. Brillenträger müssen die Brille dabei nicht abnehmen. Gleichzeitig werden die Passdaten im Fahndungsregister überprüft. Ergibt sich nichts Verdächtiges, öffnet sich in einem dritten Schritt die Ausgangstür, und der Passagier kann die Schleuse verlassen. Sind zusätzliche Abklärungen nötig, erfolgt in einem vierten Schritt eine manuelle Nachkontrolle durch den Kantonspolizisten. Datenschützerische Probleme gibt es nicht: Nach dem Verlassen der Schleuse werden die erhobenen Biometriedaten umgehend wieder gelöscht. Zudem ist die Benützung der Anlage freiwillig. Die durchschnittliche Zeit zum Passieren der Schleuse beläuft sich auf 10 bis 20 Sekunden.

Kosten: 8 Millionen Franken

Der Pilotbetrieb ist auf mehrere Monate angelegt. Er soll als Grundlage für den späteren Entscheid dienen, ob die automatisierten Passkontrollen definitiv eingeführt und die Schleusen auch bei der Ausreise installiert werden. Die Kosten für die Erweiterungsbauten und Installationen der Anlage werden auf 8 Millionen Franken beziffert.

Zürich ist nicht der einzige Flughafen mit automatischer Passkontrolle. Auch in Genf soll dieses System getestet werden. Im Ausland sind solche Systeme schon im Einsatz, etwa in Amsterdam.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch