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Speedy ohne Erbarmen

Kolumne Patrik Berger Speedy hat mich gedemütigt. Er ist gnadenlos und hat mir meine Limiten aufgezeigt. Sie kennen Speedy nicht? Speedy ist ein kleiner Automat. Er zeigt Autofahrern die Geschwindigkeit an. Und soll ihnen so in der Nähe von Schulhäusern den Fuss vom Gas nehmen. Aber alles der Reihe nach. Neulich nach der Arbeit: husch, husch die Sportklamotten angezogen, die Turnschuhe geschnürt, ab auf eine abendliche Joggingrunde. Ich gebs zu, ein kühles Bier auf dem Balkon wäre um einiges verlockender gewesen. Aber eben, ohne Disziplin gehts nicht. Schnell raus aus dem Haus in Richtung Erlenbacher Tobel. Der Atem geht schneller, der Puls hämmert. Was man nicht alles macht, um im Planschbecken eine gute Figur zu machen. Es ist erstaunlich warm, der Schweiss rinnt. Aber es nützt. Die Hände checken die Problemzone Bauch ab. Tatsächlich, er wird flacher. Drum rassig weiter an die Seestrasse. Da rennen doch die Marathonläufer. Das wärs. Halbmarathon zum Einsteigen? Ach was, ich pack den richtigen. Locker! Ich sehe mich schon in Hawaii einlaufen, mit einem Kranz um den Hals. Doch halt! Speedy reisst mich aus meinen Träumen. «Ihr Tempo: 8 km/h» blinkt es. Der sitzt. Gnadenlos. Der Rückweg erfolgt fast im Spaziertempo. Ich bin gedemütigt. Von einem seelenlosen Automaten.

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