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Spital will mit Seewasser heizen

Männedorf stimmt darüber ab, ob sich das Spital künftig mit Öko-Energie aus dem See versorgen soll. Dies würde 1,2 Millionen kosten.

Männedorf - Das Spital ist der grösste Energiefresser in der Gemeinde Männedorf. Und der Verbrauch von Strom und Wasser wird in den nächsten Jahren weiter zunehmen, da das Spital mit dem Ausbau und der Modernisierung deutlich wachsen wird.

Das soll aber nicht zu stark auf Kosten der Umwelt geschehen: Die Gemeinde und das Spital planen, einen Teil der benötigten Energie mit Seewasser zu decken. Der Zürichsee wird dabei als natürliches Wärmereservoir genutzt. Dadurch würden weniger fossile Brennstoffe für Heizung und Kühlung benötigt. Bis zu 440 Tonnen CO2 pro Jahr könnte das Spital einsparen, in der Anfangsphase wären es immerhin 185 Tonnen (TA vom 15. 10.).

Die Anlage, die es dafür braucht, kostet 1,2 Millionen Franken. Die Männedörfler Gemeindeversammlung stimmt am Montag über einen entsprechenden Kredit ab. Beim Bau der Anlage können das Spital und die Gemeinde auf eine teilweise bereits bestehende Infrastruktur zurückgreifen. Für das Ansaugen und Zurückpumpen des Seewassers etwa werden die Leitungen der Gruppenwasserversorgung Zürcher Oberland und des Seewasserwerks Männedorf genutzt. Die Temperatur des Wassers, das zurückläuft, soll höchstens drei Grad wärmer oder kühler als der See sein - damit die Fauna und die Flora des Sees nicht beeinträchtigt werden.

Das ökologische Vorzeigeprojekt ist das spektakulärste Geschäft der Männedörfler Gemeindeversammlung. Sie befindet ausserdem über das Budget 2010, das ein Minus von rund 2,4 Millionen Franken vorsieht. Dieses Jahr liege man zwar voraussichtlich noch im Plus, doch die Finanz- und Wirtschaftskrise werde sich erst mit einiger Verzögerung auf die öffentliche Kasse auswirken, heisst es in der Weisung zur Abstimmung.

1 Million in den Finanzausgleich

Die Gemeinde rechnet zudem damit, dass sie in den nächsten Jahren weiterhin eine Million Franken in den Finanzausgleich zahlen muss. Der Gemeinderat beantragt den Stimmbürgern dennoch, den Steuerfuss bei 90 Prozent zu belassen. Zur Abstimmung kommen auch die neue Polizeiverordnung sowie die Betriebsbeiträge von 292 000 Franken für den Verein für Integration und Suchtfragen, den Verein Samowar und den Verein Alkohol- und Suchtberatung Bezirk Meilen. Schliesslich legt der Gemeinderat dem Volk die Kreditabrechnung für den Gemeindesaal sowie mehrere Bürgerrechtsgesuche vor.

Zu den einzelnen Geschäften haben sich die Parteien wohlwollend geäussert, Widerstand ist deshalb nicht zu erwarten. Michel Wenzler

Gemeindeversammlung Männedorf, Montag, 14. Dezember, 20 Uhr,evangelisch-reformierte Kirche.

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