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«Sprengen macht weniger Lärm»

1600 Kubikmeter Fels an der Seestrasse in Thalwil müssen einem Mehrfamilienhaus weichen: Sie werden weggesprengt.

Thalwil - Für den Laien sieht das gefährlich aus: Nur ein paar Meter oberhalb des Felsens, der in den nächsten Tagen weggesprengt wird, stehen die Wohnhäuser der Farbstrasse. Nicht direkt oberhalb natürlich, sondern ein wenig nach hinten versetzt. «Die Bewohnerinnen und Bewohner werden eine kurze Erschütterung spüren, die Häuser werden aber sicher nicht beschädigt», sagt Fredi Steinmann, der Bauführer bei der Firma Schwarz Spreng- und Felsbau AG in Wila ist. Diese wurde national bekannt, als sie am 12. April 1992 am Axen über dem Vierwaldstättersee im Kanton Uri einen Felsen sprengen musste. Sprengmeister Günther Schwarz ist heute als Seniorchef im Unternehmen tätig.

Ungewohnte Erschütterung

In diesen Tagen laufen die Vorbereitungen zur ersten Sprengung an der Seestrasse 115 in Thalwil, gleich gegenüber des Bootshafens Farbsteig: Sie wird voraussichtlich am kommenden Dienstag um 10 Uhr ausgelöst. Es ist aber vorerst nur einen kleinere Probesprengung: «Wir haben an verschiedenen Orten Geräte aufgestellt, die die Auswirkungen der Sprengung messen», sagt Steinmann. Denn es gibt verschiedene strenge Richtlinien und Normen, die eingehalten werden müssen. Die Erschütterungen dürfen in einem Wohngebiet nicht zu stark sein, um Schäden an den benachbarten Häuser zu verhindern. «Die Erschütterung werden die Bewohner aber stärker wahrnehmen, als sie in Wirklichkeit ist, weil sie für den Menschen ungewohnt ist.»

Wie viele Sprengungen nötig sein werden, um die gesamten 1600 Kubikmeter Fels zu beseitigen, ist noch nicht ganz klar, Steinmann rechnet mit acht. «Festgelegt wird das nach der Probesprengung.» Bis Ende Monat sollen die Arbeiten der Firma Schwarz beendet sein.

Viel sehen wird man bei den Sprengungen nicht, sagt Steinmann. Die Seestrasse wird nicht gesperrt, Steine werden keine durch die Luft fliegen.

Ein «dumpfes Bumm»

Sprengungen inmitten von Wohnsiedlungen sind für die Firma Schwarz nichts Aussergewöhnliches, sagt Steinmann. «Im Vergleich zu einem Abbauhammer macht sprengen viel weniger Lärm. Und es dauert auch weniger lang.» Bei der Sprengung selbst ist laut Steinmann nur ein «dumpfes Bumm» zu hören. Der Grund: Die Bohrlöcher sind drei Meter tief - rund zwei Meter werden mit dem gelatinösen Sprengstoff gefüllt, darüber kommen rund 80 Zentimeter Split. Zu hören sind allerdings die Bohrungen für die Sprenglöcher. Und auch die Bohrungen in den Felsen unter den Häusern der Farbstrasse, denn dieser wird momentan noch gesichert. Ein Abbauhammer dagegen würde über Tage hinweg riesigen Lärm machen.

Auf dem Platz, auf dem eine Scheune stand und Boote gelagert wurden, wird ein Mehrfamilienhaus mit sechs grosszügigen Wohnungen und Gewerberaum gebaut. Die Felsnase unterhalb der Farbstrasse in Thalwil wird zur Sprengung vorbereitet. Foto: Sabine Rock

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