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Stadt Kloten will Spitex-Dienste anbieten

Pflege wird immer teurer, und die Gemeinden müssen neue Wege finden, sie zu finanzieren. Die Stadt Kloten integriert die örtliche Spitex in die Verwaltung.

Kloten - So bald wie möglich, im Idealfall schon nächstes Jahr, sollen die zurzeit 38 Mitarbeiterinnen der Spitex Kloten einen Arbeitsvertrag der Stadt erhalten. Der bisher für die spitalexterne Pflege verantwortliche Spitex-Verein soll dann aufgelöst werden. Dies erklärten Vertreter der Stadt und des Vereins gestern an einer Medienorientierung. Das hiesse, dass neben dem bestehenden Pflegezentrum im Spitz und seinen Leistungen auch Spitex-Dienste von der Stadt Kloten angeboten würden.

Ein Stellenabbau ist nicht geplant, und auch finanziell gibt es kaum Auswirkungen. Zurzeit bezahlt die Stadt gegen 550 000 Franken an das 1,7-Millionen-Budget der Spitex - Tendenz steigend. «Ich bin sicher, dass die Zahl der Leute mit Spitex-Bedürfnissen zunimmt», skizzierte Stadtrat Ueli Studer die Zukunft. Vor 40 Jahren waren 6 Prozent der Klotener Bevölkerung im Pensionsalter, heute ist der Anteil fast fünfmal höher. Die Auslastung des Pflegeheims beträgt im Schnitt 95 Prozent. Und die Spitex betreute letztes Jahr 381 Kunden. Durch die gestiegenen Ansprüche und die zunehmende Alterung der Bevölkerung sei ein Zusammengehen der mobilen Betreuung und der Heimpflege nötig geworden. «Die Spitex wird in Zukunft mehr leisten müssen. Denn ein neues Pflegeheim wäre teurer», weiss Vereinspräsident Hugo Kölliker.

Ein Netz für die Pflege

Ein wesentlicher Vorteil der Zusammenlegung liegt im Personalbereich. Hier können die Beteiligten bei der Planung, Ausbildung und Rekrutierung profitieren. Möglich wäre auch eine Auslagerung der ganzen Pflege in eine Aktiengesellschaft gewesen. Doch die vorberatende Arbeitsgruppe zog eine staatliche Lösung vor. «Ich finde es besser, wenn die Pflege unter politischer Kontrolle ist», sagte Kölliker. Die Dienstleistungen sollen unbürokratisch erbracht und die vorhandenen Möglichkeiten optimal genutzt werden. Das Ziel: Menschen sollen möglichst lang zu Hause bleiben, bevor sie ins Heim müssen. Das ist nicht nur für ihre Psyche besser, sondern entlastet auch die arg strapazierte Staatskasse. Bei Bedarf können die Pflegerinnen und Betreuer alle Möglichkeiten der Hilfe ausschöpfen. «Auch der 24-Stunden-Service wird kommen», ist Kölliker überzeugt. Angedacht wird auch betreutes Wohnen. Mit diesen Aufgaben wäre ein Verein einfach überfordert.

Stadtrat Studer hat sich vorgenommen - sollte er wiedergewählt werden -, die Vorlage durch den Gemeinderat zu bringen. «Ich werde als Wanderprediger zu den Parteien gehen und dafür werben», versprach er. Einfach wird das nicht, da bald ein Ausbau der Spitex nötig wird und Ausbaupläne gerade im finanziell angeschlagenen Kloten politisch nicht auf Gegenliebe stossen.

Langfristig hofft Studer, dass auch Bewegung in die Freiwilligenarbeit kommt, sodass die privaten Bemühungen professionell betreut werden könnten. Er appelliert dafür an die 1200 Mitglieder des Spitex-Vereins. Pflegefachfrau Claudia da Silva misst einem Patienten den Blutdruck. Foto: D. Baer

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