10 Dinge, die Sie über das Knabenschiessen wissen müssen

Ab kommendem Samstag ist es wieder so weit: Auf dem Albisgüetli drehen die Bahnen und schiessen die Schützen. Der Traditionsanlass wartet mit einigen Novitäten auf. Eine davon ist 80 Meter hoch.

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Das Albisgüetli steht am kommenden Wochenende wieder ganz im Zeichen des Knabenschiessens. Derzeit werden noch fleissig Buden und Bahnen aufgebaut, Kabel verlegt und Infrastrukturen erstellt.

Mit einem Sternmarsch der Zürcher Jugendmusiken zum Festareal und einem anschliessenden Platzkonzert beginnt der Traditionsanlass. Bis Montagabend um 23 Uhr rotieren die Bahnen, schiessen die Schützen und schlemmen die Gäste. Tagesanzeiger.ch/Newsnet hat die Highlights und wichtigsten Informationen zum diesjährigen Knabenschiessen zusammengetragen:

  • 1. Das Knabenschiessen ist das grösste jährliche Volksfest der Stadt. Seit 1899 wird es von der Schützengesellschaft der Stadt Zürich auf dem Albisgüetli organisiert. Wie am Sechseläuten gibt es auch am Knabenschiessen einen Gastkanton. In diesem Jahr haben die Organisatoren 30 Jugendliche aus dem Gastkanton Graubünden ans Fest eingeladen.

  • 2. Rund 80 Chilbibahnen locken in diesem Jahr die mutigen Besucher zu einem mehr oder weniger wilden Ritt. Klares Highlight ist laut Platzmeister Clemens Ruckstuhl ein 80 Meter hoher Freefall-Turm. «Ich bin schon einmal damit gefahren – es ist ein echt gutes Gefühl», sagt er auf Anfrage. Wer es selbst ausprobieren will, kann das ab Samstag, 13. September, um 10 Uhr tun. Dann startet der diesjährige Chilbibetrieb.

  • 3. Alljährlich wird während des Knabenschiessens die grösste Budenstadt der Schweiz auf dem Albisgüetli aufgebaut. «Im Food-Bereich gibt es einige neue Angebote», sagt Platzmeister Ruckstuhl. «Wir haben die Qualität noch mehr angehoben. Die Menüs sind internationaler und vielfältiger.» Neben exotischen Spezialitäten aus aller Welt sind selbstverständlich auch Klassiker wie Bratwurst oder Zuckerwatte zu haben.

  • 4. Seit 1991 – zum 700. Geburtstag der Eidgenossenschaft – sind auch Mädchen am Schiesswettbewerb zugelassen. 1997 wurde mit der damals 15-jährigen Rahel Goldschmid erstmals ein Mädchen Schützenkönigin. Drei weitere junge Frauen haben neben ihr inzwischen den Titel geholt. Vielleicht wird in diesem Jahr eine fünfte Schützenkönigin gekürt? Am Montagmorgen, 15. September, findet der Ausstich statt. Mädchen und Knaben von 13 bis 17 Jahren aus dem Kanton Zürich können sich bis 12. September unter www.knabenschiessen.ch oder in jeder Filiale der Zürcher Kantonalbank anmelden. Anmeldungen während des Knabenschiessens sind vor Ort noch bis am Montagmorgen um 9 Uhr in der Schiessanlage Albisgüetli möglich.

  • 5. Das Knabenschiessen findet in diesem Jahr auf neuem Boden statt. «Das Fundament des Chilbiplatzes wurde im vergangenen Jahr erneuert. Der Bodenaufbau hat sich dadurch verbessert und gefestigt», sagt der Platzmeister. Das hat den Organisatoren ermöglicht, einiges auf dem Platz neu anzuordnen. «Früher konnten Bahnen an einigen Stellen gar nicht aufgebaut werden, weil es der Untergrund nicht zuliess. Jetzt sind wir flexibler in der Gestaltung des Platzes. Mehr Bahnen hat es zwar nicht, aber die Raumaufteilung ist viel offener und übersichtlicher.»

  • 6. Auch Punkto Sicherheit haben die Veranstalter laut Platzmeister Ruckstuhl erneut zugelegt. «Wir haben gemeinsam mit den zuständigen Behörden das Sicherheitskonzept weiter verbessert und können nun dank der offeneren Platzgestaltung viel besser und schneller eingreifen, wenn es zu Notfällen kommen sollte.» Die Zu- und Ausgänge des Areals sind zudem mit grossen Notausgangsschildern gekennzeichnet. «So sind sie von überall her gut sichtbar und die Festbesucher erkennen sofort, in welche Richtung sie im Notfall fliehen müssen.»

  • 7. Wie jedes Jahr winken auch an der diesjährigen Knabenschiessen-Tombola über 4000 Preise. Als Hauptpreis lockt heuer allerdings nicht wie früher ein Kleinwagen, sondern ein Motorrad: Eine BMW F700 mit kompletter Töffausrüstung. Auch beim Wettschiessen winken den erfolgreichen Jungschützen Preise auf zwei Rädern: Auf dem Gabentisch stehen Fahrräder und – immerhin – ein Motorroller zur Wahl.

  • 8. Nicht nur die Street-Parade. Auch das Knabenschiessen hat eine Hymne. Wer nun Marschmusik zum Schützenfest vermutet, dürfte vom luftigen Elektrosound des Stücks überrascht werden.

  • 9. Die Stadtpolizei Zürich verteilt während des Knabenschiessens an den Haltestellen Laubegg und Strassenverkehrsamt Kinderbändel. Auf den Umhängebadges werden die Telefonnummer der Begleitperson und allenfalls der Name des Kindes notiert. So findet man die Kleinen schneller wieder, wenn sie im Trubel des Festes untergehen.

  • 10. Am besten gelangt man mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zum Knabenschiessen. Die Linien 13, 17, 32 und 89 fahren während der Festbetriebs in kürzeren Zeitabständen ins Albisgüetli. Zusätzlich verkehrt die Tramlinie 13 in der Nacht von Samstag auf Sonntag bis 2.43 Uhr. Die Tramlinie 5 fährt am Samstag, 13. September, und Montag, 15. September, jeweils ab 11 Uhr nur bis zum Bahnhof Enge. Die Busse der Linie 89 fahren ab 11 Uhr nur bis Strassenverkehrsamt. Die letzte Fahrt findet in der Nacht von Samstag auf Sonntag um 2.29 Uhr statt – bis zum Bahnhof Altstetten.

Erstellt: 11.09.2014, 11:19 Uhr

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