1000 neue Hotelbetten rund um den Flughafen

Immer mehr Hotels in der Nähe des Flughafens buhlen um Gäste. Verschiedene Hotelketten bauen oder planen neue Häuser.

Konkurrenzkampf: Rund um den Flughafen Kloten entstehen in den kommenden Jahren zahlreiche neue Hotels.

Konkurrenzkampf: Rund um den Flughafen Kloten entstehen in den kommenden Jahren zahlreiche neue Hotels. Bild: PD

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Die zahlreichen Hotelprojekte in der Nähe des Flughafens erwecken den Eindruck, als werde dort demnächst ein neuer Terminal eröffnet. In den nächsten Jahren werden über 1000 zusätzliche Zimmer entstehen. Die bestehenden Anbieter geraten dadurch in Bedrängnis. Im internationalen Vergleich ist die Auslastung der Hotels am Flughafen Zürich zwar gut, doch die Preise geraten unter Druck.

Mit dem Bau eines Airporthotels hat die Dorint-Kette in Glattbrugg vor kurzem begonnen. Die Kette mit Sitz in Köln erstellt an der Riethofstrasse ein Viersternhotel. Als die Stadt Opfikon im Jahr 2000 das Land verkaufte, war ein Komplex mit 320 Zimmern geplant. Die Terroranschläge von 2001 durchkreuzten diese Pläne, das Projekt verzögerte sich. Nun realisiert die Totalunternehmung Losinger Marazzi den Bau. Das Gebäude erhält die Form eines Kreuzes und wird voraussichtlich im Frühjahr 2014 eröffnet. Statt 320 Zimmer sind noch deren 240 vorgesehen.

Mövenpick unter Zugzwang

Das Dorint-Hotel wird sich im mittleren Preissegment bewegen. Es liegt direkt vor der Haustür des Fünfsternhotels Mövenpick. Mövenpick-Chef Stefan Flury, der im Zürcher Hotelierverein die Flughafenhotels vertritt, freut sich nicht über diesen neuen Nachbarn. «Rund um den Flughafen schiessen neue Hotels aus dem Boden – das bringt uns natürlich unter Zugzwang.»

Die Entwicklung sieht er aber nicht nur als direkter Mitbewerber kritisch. «Ich kann auch nicht nachvollziehen, weshalb die Betreiber und Investoren die Entwicklung der Nachfrage so positiv beurteilen», sagt Frey. Der Flughafen könne nur noch begrenzt wachsen, und die Nachfrage aus dem Firmenbereich stagniere. Zwar basiere der Investitionsentscheid auf Studien der guten Jahre 2007, 2008 und teilweise 2010. Die Situation habe sich aber seit diesem Zeitpunkt nachhaltig verändert – und zwar nicht zum Guten.

Gleich gegenüber die Budget-Variante

Aus welchem Jahr die Marktzahlen stammen, sagt Dorint-Pressesprecher Kaspar Müller-Bringmann nicht. «Wir haben zwei Standortanalysen durchgeführt.» Die hätten ergeben, dass das im Bau befindliche Hotel ein hohes Gästepotenzial haben werde.

Zuversichtlich ist Müller-Bringmann trotz der weiteren Hotels, die sich in den kommenden Jahren in der näheren Umgebung um die Fluggäste reissen werden. Im Glattpark wird 2014 das Kameha Grand mit 245 Zimmern eröffnet, und ab 2017 will die Hotelkette Hyatt im geplanten Dienstleistungszentrum The Circle nahe den Terminals 550 Zimmer anbieten. Und schon ab 2014 wird praktisch gegenüber dem Dorint die französische Accor-Gruppe ein Ibis-Budget-Hotel mit weiteren 240 Zimmern bauen.

Erstellt: 10.05.2012, 07:50 Uhr

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