200 paddeln für die Limmat-Welle

Surfer demonstrieren in Zürich für die Einrichtung einer stehenden Welle in der Limmat.

Die dritte Zürcher Surf-Demo: Rund 200 paddelten im Seebecken beim Bellevue für ihr Anliegen.

Die dritte Zürcher Surf-Demo: Rund 200 paddelten im Seebecken beim Bellevue für ihr Anliegen.

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Ursprünglich war ein Demo-Ride vom Bürkliplatz die Limmat hinunter bis zum Platzspitz vorgesehen. Nach den heftigen Regengüssen führte aber die Limmat deutlich mehr Wasser als normal. Aus Sicherheitsgründen verzichtete man deshalb auf die Flussfahrt, wie Philip Kempf, Pressesprecher und Vorstandsmitglied des organisierenden Vereins «Stehende Welle» erklärt. Die Surfer blieben deshalb im See, in der Nähe des Bellevue, wo sie eine knappe Dreiviertelstunde umherpaddelten.

An der polizeilich bewilligten Aktion nahmen nach Schätzung der Organisatoren rund 200 Surfer teil. Viel Publikum habe dem bunten Treiben von der Quaibrücke und vom Ufer aus zugesehen, sagt Kempf.

Mit ihrer Demonstration wollen die Surfer deutlich machen, dass die Surf-Anlage in der Limmat nicht nur die Idee einiger weniger Leute sei, wie der Verein in einer Mitteilung schreibt. Sie sei ein Bedürfnis vieler Freude des Surf-Sports. Schon im letzten und vorletzten Sommer wurde jeweils eine Surf-Demo durchgeführt.

«Surfen fast wie im Meer»

Um die Limmat-Welle wird schon seit Jahren diskutiert. Erzeugt würde die künstliche Welle durch einen auf dem Flussgrund liegenden Schlauch, der mit Wasser vollgepumpt wird. Dadurch verformt sich der Flussgrund. Das Wasser fliesst über das Hindernis, dahinter entsteht ein Wellental für die Surfer. Ausserhalb der Betriebszeiten kann die Welle ganz einfach abgeschaltet werden.

Die Welle soll unterhalb des EWZ-Kraftwerks Letten entstehen. Dort wäre dann laut Verein «Surfen fast wie im Meer» möglich. Bis zu zehn Surfer gleichzeitig könnten sich quer zur Flussrichtung hin und her bewegen. Auch Kanuten könnten den «Limmatride» nutzen.

Dem Verein schwebt ein Nutzungskonzept ähnlich dem eines Tennisplatzes vor. Sie betonen, dass es ihnen um den Sport gehe und sie keine «Event»-Zone beabsichtigen.

Knackpunkt Energie

Knackpunkt ist wohl der energiepolitische Aspekt: Das Elektrizitätswerk der Stadt Zürich (EWZ) nutzt das Gefälle des für die Welle vorgesehenen Flussabschnitts für die Stromproduktion. Eine stellenweise Stauung des Flusses hätte Einbussen zur Folge, die sich laut EWZ nicht mit dem städtischen Masterplan Energie vereinbaren liessen.

Zugunsten der Welle hat Ende 2005 der damalige Gemeinderat und heutige Stadtrat Gerold Lauber zusammen mit einem Fraktionskollegen eine Petition eingereicht. Die beiden baten den Stadtrat, die Realisierbarkeit einer solchen Anlage zu prüfen. Der Vorstoss ist noch hängig. (ret/sda)

Erstellt: 16.08.2008, 15:53 Uhr

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