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245 Wohnungen auf dem Labitzke-Areal

Die Architekten Gigon/Guyer haben den Wettbewerb für die frühere Farbenfabrik gewonnen. Dort bauen sie «mittelteure» Wohnungen. Die jetzigen Nutzer wehren sich gegen die bevorstehende Räumung.

Zwei der acht Gebäude werden 45 Meter hoch.
Zwei der acht Gebäude werden 45 Meter hoch.
pd
Die Häuser formen ein Z mit mehreren begrünten Höfen.
Die Häuser formen ein Z mit mehreren begrünten Höfen.
pd
Kreative Atmosphäre: Von der Decke hängen Möbel und ein Wäscheständer. Die Fotos vom Inneren des Areals wurden an einem öffentlichen Rundgang im Herbst gemacht.
Kreative Atmosphäre: Von der Decke hängen Möbel und ein Wäscheständer. Die Fotos vom Inneren des Areals wurden an einem öffentlichen Rundgang im Herbst gemacht.
Sophie Stieger
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Das Zürcher Architekturbüro Annette Gigon/Mike Guyer hat den Architekturwettbewerb auf dem Labitzke-Areal für sich entschieden. Auf dem z-förmigen Grundstück zwischen Albula- und Hohlstrasse planen sie acht versetzte Gebäude, die bis zu 45 Meter hoch werden. Das Projekt schaffe Stadträume und biete eine Offenheit für verschiedenste Entwicklungen, heisst es im Jurybericht.

Die Mehrheit der Wohnungen wird 2 bis 3½ Zimmer haben und vermietet werden. Gemäss der Eigentümerin Mobimo sollen sie preislich «im mittleren Stadtzürcher Segment» liegen. Einige Wohnungen stehen zum Verkauf. Das Angebot richtet sich an «junge, urban denkende Menschen», die in kleinen Familien, allein oder zu zweit lebten.

«Die neue Siedlung wird ein Modellfall für Zürichs Verdichtung, ein lebendiger Teil des neuen Quartiers, das in der Umgebung entsteht», sagte Mike Guyer an der heutigen Präsentation. In die hohen Erdgeschossräume sollen vor allem Läden und Gewerbe einziehen. Die Innenhöfe sind alle für die Öffentlichkeit zugänglich.

Nutzer wollen nicht gehen

Auf dem Labitzke-Areal wurden bis Anfang der 90er-Jahre Farben hergestellt. In den letzten zwei Jahrzehnten nutzten Kleingewerbler, Künstler, Gross-WGs, ein Puff und eine Moschee die alten Industriebauten. Den vorderen Teil des Areals halten Aktivisten seit gut zwei Jahren besetzt. Die jetzigen Bewohner unterbrachen die heutige Pressekonferenz, um sich gegen ihre Verdrängung zu wehren. Für sie sei es in Zürich praktisch unmöglich, gleichwertige Räume zu finden.

Weiter kritisieren sie, dass Mobimo das Areal zu früh räume. Die meisten müssen Anfang Januar gehen, einige Mieter haben eine Erstreckung bis in den März ausgehandelt. Die Mieter und Besetzer wollen erst wegziehen, wenn Mobimo die Baubewilligung bekommen hat. Sonst werde das Areal ungenutzt leer stehen.

Mobimo erklärte die bevorstehende Arealräumung mit dem Abbruch der alten Häuser und der Säuberung des verschmutzten Bodens. Beides dauere je fünf Monate. Die Baubewilligung werde man im April einreichen, im Oktober rechne man mit dem Okay der Stadt. Dann wolle man sofort loslegen, damit 2017 die ersten Bewohner einziehen könnten.

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