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28 Zürcher Shisha-Bars unter strenger Aufsicht

In Deutschland werden nach Vergiftungsfällen die Vorschriften in Shisha-Bars verschärft – und was macht Zürich?

Eine Session Wasserpfeifenrauchen von 45 bis 60 Minuten entspricht dem Rauchen von zirka 100 Zigaretten.
Eine Session Wasserpfeifenrauchen von 45 bis 60 Minuten entspricht dem Rauchen von zirka 100 Zigaretten.
Keystone

Shisha-Bars spriessen wie Pilze aus dem Boden. Alleine in der Stadt Zürich kann man in 28 Lokalen Wasserpfeifen rauchen. Vor allem Jugendliche und junge Erwachsene lieben das gemeinschaftliche Rauchen – nicht zuletzt weil es als weniger gesundheitsschädlich eingeschätzt wird, als es bei Zigaretten der Fall ist.

Ein Irrtum, denn der Shisha-Rauch hat die gleichen gesundheitsschädigenden Substanzen wie der Zigarettenrauch. Und was die meisten nicht wissen: Eine Session Wasserpfeifenrauchen von 45 bis 60 Minuten entspricht dem Rauchen von zirka 100 Zigaretten, wie die Giftberatungsstelle Tox Info Suisse auf ihrer Website schreibt.

Gefährlicher CO-Ausstoss

Beim Shisharauchen entsteht zudem bei der Verbrennung der Kohle eine grosse Menge an Kohlenmonoxid (CO). Tox Info Suisse hat bereits einige Fälle von CO-Vergiftungen nach dem Wasserpfeifenrauchen registriert. Die Symptome sind unspezifisch und werden deshalb oft nicht mit dem Rauchen in Verbindung gebracht.

Es kommt zu Übelkeit, Erbrechen, Kopfschmerzen und Schwindel. 41 Fälle wurden laut «SonntagsZeitung» seit 2006 bei Tox Info gemeldet, bei denen es zu Problemen in Zusammenhang mit dem Shisha-Rauchen kam – Tendenz steigend.

In Zürich keine Vergiftungsfälle bekannt.

In Deutschland sind in den vergangenen Monaten wegen zu hoher Kohlenmonoxid-Werte in Shisha-Bars etliche Vorfälle bekannt geworden. In Hamburg soll deshalb künftig ein Gesetz für einen besseren Schutz der Besucher von Shisha-Bars vor Kohlenmonoxid-Vergiftungen sorgen. Eine entsprechende Vorlage der Gesundheitssenatorin Cornelia Prüfer-Storcks (SPD) wurde vom Senat verabschiedet, das Parlament muss noch zustimmen.

Das Gesetz verlangt von Shisha-Bar-Betreibern technische Schutzvorrichtungen und Warngeräte. Die landesweit zu beobachtenden Vergiftungsfälle in diesen Bars zeigen, dass Besucherinnen und Besucher erheblichen gesundheitlichen Risiken ausgesetzt sind, begründete die Senatorin das neue Gesetz.

Regelmässige Kontrollen

In den 28 Stadtzürcher Shisha-Bars ist der Umwelt- und Gesundheitsschutz der Stadt Zürich (UGZ) für die Kontrolle der Lüftungen verantwortlich. Laut UGZ-Sprecherin Anke Poiger kontrollieren der UGZ, die Wirtschaftspolizei, die Feuerpolizei und das Arbeitsinspektorat die Einrichtungen regelmässig. Die Luftmessungen erfolgen sowohl im Nichtraucher- als auch im bewilligten Raucherbereich (Fumoir). Verbindliche gesetzliche Grundlage sind das Bundesgesetz zum Schutz vor Passivrauchen und die entsprechende Verordnung. Wer in Zürich eine Shisha-Bar eröffnen will, muss zudem ein Betriebskonzept einreichen, in dem die baulichen und betrieblichen Massnahmen festgehalten sein müssen, mit welchen die CO-Konzentration begrenzt wird. Darin enthalten ist auch die Höchstanzahl der Wasserpfeifen sowie die Art und Weise, wie die glühende Kohle für die Pfeifen aufbereitet und transportiert wird.

Gemäss Poiger sind in Zürich bisher keine Vergiftungsfälle in Shisha-Bars bekannt geworden. Auch bei den Zürcher Spitälern winkt man ab: Notfälle aufgrund von Shisha-Konsum mussten bisher keine behandelt werden. Es handle sich allerdings um ein relativ neues Phänomen, auf das die Ärzte noch wenig sensibilisiert seien.

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