32 Fässer aus dem Zürichsee geborgen

Eine Spezialfirma hob 32 Fässer aus dem Zürichsee. Sie enthielten keine gefährlichen Substanzen, könnten aber das Überbleibsel eines wissenschaftlichen Experiments während der Seegfrörni 1963 sein.

Das Experiment bei der Seegfrörni von 1963: Ein Wissenschaftler testet das Eis.

Das Experiment bei der Seegfrörni von 1963: Ein Wissenschaftler testet das Eis. Bild: «Seegfrörni 1963», Verlag «ZSZ» Stäfa

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Eine Spezialfirma hat die Bergung der 32 Fässer aus dem Zürichsee abgeschlossen, wie die Baudirektion am Freitag mitteilte. In den Fässern befanden sich keine gefährlichen Stoffe – mit Ausnahme von einem Fass, in dem es Mineralölreste hatte.

Ob zu einem früheren Zeitpunkt umweltgefährdende Stoffe aus den Fässern in den Zürichsee gelangten, könne heute nicht mehr ermittelt werden, heisst es weiter. Die verrosteten, durchlöcherten Fässer waren mit Seewasser und teilweise Schlick gefüllt.

Polizei ermittelt

Die Spezialfirma hatte am Montag im Auftrag des kantonalen Amt für Abfall, Wasser, Energie und Luft (Awel) mit der Bergung begonnen. Arbeitstaucher verpackten die Fässer zuerst in Plastiksäcke und dann in weitere Behälter, sogenannten Bigbags. Während der Aktion seien keine schädlichen Substanzen ins Seewasser gelangt.

Sporttaucher hatten die Fässer im Mai des vergangenen Jahres vor Zollikon in rund 10 bis 20 Metern Tiefe entdeckt. Gemäss Baudirektion ist nicht bekannt, wie die Fässer in den See gelangten. Die Kantonspolizei Zürich ermittelt gegen Unbekannt.

Das Experiment eines Wissenschaftlers

Wie die «Zürichsee-Zeitung» in ihrer jüngsten Ausgabe mutmasst, könnten die Fässer mit der Seegfrörni 1963 zu tun haben. Demnach stellte ein Geophysiker und Glaziologe der ETH Zürich die Eisschicht im Raum Tiefenbrunnen auf eine Belastungsprobe. Er plazierte dazu 200-Liter-Fässer auf dem Eis, dieses sank zwar ein wenig ein, hielt aber stand. Der Wissenschaftler ging noch weiter und erhöhte die Anzahl Fässer.

Bei sieben Fässer riss die Eisdecke, die Last sank. Auf einem Bild, welches der Zürichsee-Zeitung vorliegt, sind allerdings noch weitere Fässer zu erkennen. Wie das Blatt schreibt, hätten die Tests dazu geführt, dass der See erst eine Woche später der Bevölkerung freigegeben wurde. Die Behörden wollten diesen Hergang nicht bestätigen, sondern erst die Untersuchung der Fässer abwarten. (pia/sda)

Erstellt: 25.01.2013, 10:15 Uhr

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