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4488 Unterschriften an einem Tag für autofreie Velowege

In Rekordzeit hat die Stadtzürcher SP mehr als genügend Unterschriften für ihre Velorouten-Initiative gesammelt. Ziel sind 50 Kilometer autofreie Fahrradrouten bis 2030.

Vortritt Fahrrad: Die Veloinitiative fordert 50 Kilometer autofreie Fahrradrouten in Zürich bis 2030.
Vortritt Fahrrad: Die Veloinitiative fordert 50 Kilometer autofreie Fahrradrouten in Zürich bis 2030.
Keystone

3000 sind nötig, 4488 Unterschriften hat die Stadtzürcher SP allein am letzten Samstag gesammelt. Dies gab die Partei heute Sonntag auf Anfrage bekannt. Die städtische Volksinitiative «Sichere Velorouten für Zürich» verlangt ein Netz von 50 Kilometern autofreier Radrouten, auf denen Velofahrerinnen und Velofahrer zügig, sicher und vortrittsberechtigt vorankommen.

«Damit soll Zürich endlich zur Velostadt werden, ständig steigende Velounfälle müssen verhindert werden», sagt Oliver Heimgartner, Mitglied der Geschäftsleitung der SP Zürich. Gemäss Heimgartner sind die fast 5000 Unterschriften innert eines einzigen – und erst noch verregneten Tages – zusammengekommen, «ein Rekord für die Stadt».

Im Initiativkomitee vertreten sind auch Mitglieder der Grünen, der AL und der GLP sowie der Interessenverbände Pro Velo und Umverkehr. Für die Unterschriftensammlung stehen sechs Monate zur Verfügung. Ob die Sammlung weitergeht oder ob die Initiative demnächst eingereicht wird, ist noch offen. «Das Anliegen ist extrem dringend», sagt Heimgartner. Die Hälfte der Velofahrenden in der Stadt Zürich fühlt sich gemäss einer Umfrage nicht sicher. Im letzten Jahr haben sich mehr Unfälle mit Velofahrenden ereignet als je zuvor.

Ein Denkzettel für Leutenegger

Die grosse Zahl der Unterschriften an einem einzigen Tag beweist laut Heimgartner, dass das Anliegen in der Bevölkerung stark abgestützt ist, «die Leute verlangen einen Kurswechsel». Nach Ansicht der SP ist der Unterschriftenrekord «auch ein Denkzettel für Filippo Leutenegger, der die Velopolitik in den letzten vier Jahren verschlampt hat». Man müsse sich in Zürich die Frage stellen, so Heimgartner: «Wie viele Volksaufträge braucht Herr Leutenegger noch, bis er endlich beginnt zu arbeiten?»

Bestehende kommunale Strassen sollen gemäss Initiative durch neue Signalisationen in Velorouten umgewandelt werden. Spätestens zehn Jahre nach Inkrafttreten der Bestimmung soll das Netz aus sternförmigen und tangentialen Velorouten umgesetzt sein. Die Initianten haben bereits eine Liste von möglichen Velostrassen erstellt. Darunter sind etwa die Kanzleistrasse auf einer Länge von 1 Kilometer, die Dufour- oder Mühlebachstrasse (rund 1,5 km), die Winzerhalde (1 km), die Scheuchzerstrasse (1,74 km) oder die Regensbergstrasse (2,48 km).

Auch die SVP sammelt vor den Wahlen

Im Gegensatz zur SVP, die während des städtischen Wahlkampfs im nächsten Frühjahr Unterschriften für ihre Volksinitiative zur zwingenden Nennung der Nationalitäten bei Polizeimeldungen sammelt, sei die Veloweginitiative kein Wahlkampfvehikel, betont die SP. Die SVP hat ihre Initiative noch nicht eingereicht, plant aber im Frühjahr mit der Unterschriftensammlung zu beginnen. Diese Initiative richtet sich bewusst gegen Polizeivorsteher Richard Wolff (AL). Die SVP sammelt allerdings im ganzen Kanton, die Initiative könnte somit ein Thema bei den kantonalen Wahlen im Frühling 2019 werden.

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