67-Jähriger schickt «Mädchen» zwei Penisfotos und will es treffen

Der Rentner ahnte nicht, dass «Larabella» ein Polizist ist. Jetzt wurde der Online-Chatter «Witwer 67» verurteilt.

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Treffpunkt HB Zürich: Hier wollte ein Rentner eine 13-Jährige treffen. Bild: Urs Jaudas

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Vor dem Zürcher Einzelrichter sass heute Mittwoch ein geständiger Mann. Vor knapp einem Jahr versuchte der heute 68-jährige Rentner sexuellen Kontakt mit einem jungen Mädchen zu knüpfen.

Auf der Chatplattform plauderstube.ch gab sich der Witwer aus dem Kanton Thurgau als «Witwer 67» aus. Er trat in Kontakt mit einer gewissen «Larabella». Das Mädchen gab ihm an, dass es 13 Jahre alt sei. Der Rentner forderte «Larabella» unter anderem dazu auf, ihm zu beschreiben, wie ihre Brüste aussehen. Der Rentner schickte ihr sodann zwei Fotos von seinem Penis und forderte sie dazu auf, dass sie ihn «geil massieren» solle.

«Larabella» war ein Polizist

Der Mann schlug der vermeintlich 13-Jährigen ein Treffen am Hauptbahnhof Zürich vor. Was er nicht wissen konnte: Hinter dem Pseudonym «Larabella» steckte ein verdeckter Vorermittler der Stadtpolizei Zürich.

Der Beschuldigte erschien tatsächlich zur vereinbarten Zeit am vereinbarten Ort, wo er von den Beamten der Stadtpolizei gleich verhaftet wurde. Die Staatsanwaltschaft erhob Anklage wegen versuchter sexueller Handlungen mit einem Kind und versuchter Pornographie.

Der Mann stritt vor dem Einzelrichter seine Tat nicht ab. Auf die Frage, warum er sexuellen Kontakt zu einer Minderjährigen suchte, antwortete er, dass er damals einsam gewesen sei und Kontakt zu anderen Menschen gesucht habe. Warum er aber ein 13-jähriges Mädchen anschrieb, konnte er nicht beantworten.

Sohn überwacht Computer des Vaters

Der Beschuldigte gab vor dem Einzelrichter an, dass er sich nach der Verhaftung freiwillig in eine Therapie begeben habe. Sein Sohn, ein Informatiker, überwache seit der Tat seinen einzigen Computer.

Der Prozess wurde im abgekürzten Verfahren geführt, das heisst, dass der Urteilsvorschlag der Staatsanwaltschaft gleich zum Urteil ernannt wurde. Der Einzelrichter sprach den Rentner direkt an und gab seiner Hoffnung Ausdruck, dass die Therapie bei ihm etwas bewirke. «Wir gehen davon aus, dass es sich hier um eine einmalige Entgleisung handelte.» Er verurteilte den Rentner zu einer bedingten Freiheitsstrafe von 8 Monaten sowie einer Busse von 1000 Franken. (sda/pu)

Erstellt: 18.12.2019, 16:40 Uhr

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